Rechtsextreme in Rheinland-Pfalz

Großes Waffenlager bei einem „Reichsbürger“ nahe Trier entdeckt

Kordel. Ein Waffenhändler aus Kordel bei Trier soll Teil der „Reichsbürger“-Bewegung sein. Am Donnerstag durchsuchten Mitarbeiter der Kreisverwaltung Trier-Saarburg Wohn- und Geschäftsräume des Mannes sowie Lagerstätten und stellten Waffen und Sprengstoff sicher, wie ein Sprecher des Kreises sagte.

Die Polizei begleitete die Aktion an insgesamt vier Objekten mit einem größeren Aufgebot, sicherheitshalber waren dem Kreis zufolge auch Spezialeinheiten vor Ort. Der Waffenhändler habe sich letztlich aber kooperativ gezeigt. Zuvor hatte der SWR darüber berichtet.

Es seien letztlich die erwarteten „nicht unerheblichen Mengen“ gefunden worden, sagte der Kreissprecher. Darunter seien etwa jede Menge Munition und auch mehr als 100 Langwaffen gewesen. Ein Teil sei schon abtransportiert worden. Weil einige Gebäude regelrecht vermüllt gewesen seien, habe sich die Aktion in die Länge gezogen und werde nun am Freitag fortgesetzt.

Sogenannte Reichsbürger lehnen die Bundesrepublik als Staat und ihre Behörden ab. Sie leben gedanklich immer noch oder schon wieder in den Grenzen des Deutschen Reichs von 1937. Das rheinland-pfälzische Innenministerium geht nach eigenen Angaben landesweit von rund 550 „Reichsbürgern“ aus, 77 davon gelten als gewaltbereit.

top