Historischer Parteitag in Hamburg

Saar-CDU will bis zuletzt für Kramp-Karrenbauer werben

Beim Vorabendtreffen zum Bundesparteitag der CDU trifft sich die saarländische Delegation am Donnerstag in der Panorama Lounge an den Landungsbrücken in Hamburg. Im Bild (v.l.): Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans, CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, Kandidatin für den Parteivorsitz, und Manuel Kerber, Pressesprecher von Annegret Kramp-Karrenbauer.FOTO: BeckerBredel

Hamburg. Kramp-Karrenbauer oder Merz? Heute entscheidet die CDU über die Nachfolge von Angela Merkel an der Parteispitze. Annegret Kramp-Karrenbauer kann dabei auf die frenetische Unterstützung der Saar-CDU bauen. Das zeigte sich schon gestern Abend.

Es wird knapp, äußerst knapp. Die CDU entscheidet heute auf einem historischen Parteitag in Hamburg erstmals seit 47 Jahren in einer Kampfabstimmung über ihren Vorsitz. Und ob dabei am Ende die frühere saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (56) oder der Politik-Rückkehrer Friedrich Merz (62) aus dem Sauerland die Nase vorn haben wird, war gestern auch für die saarländische CDU-Prominenz und viele Delegierte der CDU-Saar in Hamburg nicht ausgemacht. Wenn man ihn vor einer Woche gefragt hätte, hätte er klar auf Kramp-Karrenbauer getippt, sagte einer, der schon sehr lange dabei ist. "Inzwischen ist aber einiges passiert."

Immerhin war der neue Landesvorsitzende Tobias Hans am Donnerstagabend optimistisch: „Ich glaube, dass wir gewinnen werden“, sagte er am Rande des traditionellen Saarland-Treffens vor dem Parteitag der SZ. Allgemeiner Tenor bei den Saar-CDUlern: Es wird wohl heute in der Hamburger Messe eine Stichwahl geben, weil 80 bis 120 der 1001 Delegierten im Saal im ersten Wahlgang den Außenseiter, Gesundheitsminister Jens Spahn (38), wählen und die beiden anderen nicht über 501 Stimmen kommen. Im zweiten Durchgang, wenn die zwei stärksten Kandidaten in die Stichwahl gehen, würden zwar viele der eher konservativen Spahn-Wähler ihre Stimme Merz geben – aber ein nicht zu unterschätzender Teil gerade der jüngeren Delegierten zu Kramp-Karrenbauer wechseln.


top