Konzerte

Enthusiastisch: Bennewitz Streichquartett in der HfM

Saarbrücken .

Wie sinfonisch kann ein Streichquartett klingen? Das fragt man sich unwillkürlich, wenn das Bennewitz Streichquartett spielt. Einmal mehr gelang es den Organisatoren der Saarbrücker Kammerkonzerte vergangenen Sonntag, mit dem Streichquartett weltweit angesehene Musiker in den Konzertsaal der Musikhochschule Saar zu locken: Das mit Jakub Fišer, Štepán Ježek (beide Violine), Jiři Pinkas (Viola) und Štepán Doležal (Cello) rein männlich aufgestellte Quartett ist bereits vielfach ausgezeichnet worden – zuletzt erhielt es den Classic Prague Award für die beste Kammermusikperformance des Jahres.

Zur Eröffnung der HBK-Matinée spielte der tschechische Vierer Schuberts Streichquartett d-Moll, bekannt unter dem Titel „Der Tod und das Mädchen“, das das Bild eines Mädchens, das sich dem Tod in einem Tête-à-tête stellt, musikalisch umsetzt – ein mitreißendes Stück Musik: Schon der erste Satz oszillierte zwischen dem Haupt- und dem Nebenthema, zwischen Drama und Melodieseligkeit, hin und her. Unüberhörbar war, dass das Bennewitz-Quartett seit 20 Jahren zusammenspielt und perfekt auf einander eingespielt ist. Nach einer kurzen Verschnaufpause im zweiten Satz zogen die Musiker insbesondere im abschließenden Presto der Schubert’schen Komposition dann alle Register: Virtuos hetzten die Bögen über die Saiten – vor allem hier hörten sich die Vier nach weitaus mehr als nur einem Quartett an – bis mit einem Finale furioso das Publikum beinahe aus den Sitzen gerissen wurde. Unglaublich gut!

Nach einer kurzen Pause folgte dann Antonin Dvoráks Streichquartett G-Dur op. 106. Auch diesmal zeigten die tschechischen Musiker ihre Meisterschaft an ihren Instrumenten. Alleine: Noch einmal ließ sich das Kunststück der Euphoriesierung des Publikums nicht wiederholen. Und so ließ sich diesem wirklich großartigen musikalischen Vormittag denn auch allenfalls zum Vorwurf machen, dass die Reihenfolge der Stücke nicht ideal war.


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