Kolumne So kann’s gehen

Ach, iss der so goldisch. . .

FOTO: SZ / Robby Lorenz

Hund müsste man sein. Zumindest manchmal. Weil einem dann sehr viel mehr Aufmerksamkeit zuteil würde. Die Vierbeiner, so sie denn hübsch anzuschauen sind,stehlen den Zweibeinern leider die Schau. 

Es ist schon verwunderlich, welche Aufmerksamkeit ein etwa 20 Zentimeter hohes Lebewesen auf sich  zu ziehen vermag. Als das Schnuckelchen in Begleitung eines Mannes bei mir zu Hause auftauchte, brabbelte ich ganz plötzlich sehr seltsames Zeug. Ach, iss der goldisch! Wie heischd der dann? Oder iss es e Weibche? Was fresst er dann? Wie alt issa? Darf ich ne aach emol aanfasse?

Irgendwie hat sich in diesem Fall komplett der Verstand verabschiedet, als ich ihn - weil ich ihn so niedlich finde - auch noch „Hasi“ nenne und ihm verzückt hinterher blicke, als er die Räumlichkeiten erkundet. Unmöglich, wie kann man nur so kindisch  sein? Sie werden schon vermutet haben, dass es sich bei dieser eigenwilligen Ansprache nicht etwa um einen Zweibeiner handelte, weil man den - zumal man ihn noch überhaupt nicht kennt - nicht einfach so anfasst. Wo kämen wir denn da hin? Nein, in diesem Fall ist die Rede von einem Rehpinscher, der wohl im Nu auch andere Herzen erobert (siehe Foto).

Ein entzückendes Kerlchen, das  meine Heimstatt mit einem jungen Mann am Ende der Leine stürmte, war neulich auch ein brasilianischer Nackthund.  Seit dieser Begegnung war die jahrzehntelange Furcht vor Hunden so gut wie verflogen. Der Brasilianer hatte nur eines im Sinn: neue Gerüche erschnuppern. Das ist seine Lieblingsbeschäftigung, sonst nichts. Und alle, die ihn sehen, sind vernarrt in ihn und stellen wohl dieselben Fragen wie ich: Wie heischd der dann? Oder iss es e Weibche? Was fresst er dann? Wie alt issa? Darf ich ne aach emol aanfasse?

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