Workshop zu Kinderrechten

„Mobber sind schwach und uncool“

Die Kinder des Workshops zu Kinderrechten in Friedrichsthal mussten bei einem Spiel verhindern, dass ein Luftballon den Boden berührt. FOTO: Teresa Bauer

Friedrichsthal. Bei einem Projekt der Gemeinwesenarbeit im Regionaverband lernten Kinder viel über ihre Rechte.

„Beim ersten Teil haben wir schon ganz viel erarbeitet. Wir haben über alles gemotzt, was uns stört. Heute werden wir Lösungen finden“, sagte Dirk Boudier, freier Dozent und Mitarbeiter des Kinderschutzbundes, in der Gemeinwesenarbeit (GWA) Friedrichsthal.

Dort versammelten sich acht Mädchen und ein Junge zum zweiten Teil der Kinderwerkstatt zu Kinderrechten. Das Jugendamt des Regionalverbandes bietet in Kooperation mit der GWA und dem Kinderschutzbund, Ortsverband Saarbrücken, diesen Workshop an zehn GWA-Standorten über das Jahr verteilt an. Boudier leitet mit Ute Ziegler, Hauptamtliche beim Kinderschutzbund, die Werkstätten für Kinder der dritten und vierten Klassen.

Beim ersten Teil Ende Januar dominierte noch die Theorie (wir berichteten). Nun standen im zweiten Teil Spiele und praktische Übungen im Vordergrund, damit die Kinder mehr über ihre eigenen Rechte und die Stärke einer Gemeinschaft lernen. So hielten sich zu Beginn des zweistündigen Workshops alle an den Händen. Gemeinsam mussten sie verhindern, dass ein Luftballon den Boden erreicht. Dass es in einem Team auch unterschiedliche Meinungen gibt, bewies eine Übung, bei der Ute Ziegler den Kindern sogenannte Sehtestbilder zeigte. Schwarz-weiße Bilder, in denen man theoretisch jeweils zwei Motive erkennen kann. Einige Kinder sahen auf einem Bild einen Hasen, andere auf demselben eine Ente. „Ihr merkt, es gibt unterschiedliche Ansichten – und doch hat jeder Recht“, sagte Ziegler. Bei einer weiteren Übung ging es um die Fragen, wie nah darf ich einer Person kommen, ohne dass diese sich unwohl fühlt, und wie nah möchte ich selbst jemand anderem kommen? Wo liegen meine Grenzen, und wie kann ich für meine Rechte einstehen?

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