Anke Schilke

Aus einem besonderen Holz geschnitzt

Ohne Menschen wie sie würde es viele Vereine nicht mehr geben: Anke Schilke hält dem TV Holz seit 55 Jahren die Treue. FOTO: Andreas Schlichter

Heusweiler-Holz. Mit sechs Jahren wurde Anke Schilke Mitglied. Mit 61 macht es ihr immer noch Spaß, allerlei Aufgaben beim TV Holz zu übernehmen.

Anke Schilke mag es nicht, im Vordergrund zu stehen. Einen Zeitungsartikel über sich zu lesen, das ist für sie ungewohnt. Normalerweise stehen darin die Namen anderer Ehrenamtlicher „ihres“ TV Holz. Heute nicht.

Im Alter von sechs Jahren trat die 61-Jährige dem Turnverein (TV) des etwa 3800 Seelen-Örtchens Holz in der Gemeinde Heusweiler bei. Seit mehr als 40 Jahren wirkt sie aktiv auch neben Turnmatten und Spielfeldern mit. Anke Schilke gründete 1976 die Badminton-Abteilung mit. Seit 1986 füllt sie offizielle Ämter im Gesamtvorstand des Vereins aus. Nach jenen der Schriftführerin und der Geschäftsführerin ist Anke Schilke seit knapp zwölf Jahren die Orga-Leiterin des TV Holz. „Das ist das, was ich eigentlich schon immer gemacht habe. Halt alles, was mit Veranstaltungen zu tun hat“, erzählt sie. Vor allem das Kochen hat es ihr angetan. Selbst beim Vereinsessen, das als Dankeschön für alle Ehrenamtlichen einmal im Jahr stattfindet, steht Schilke am Herd und kocht. „Das macht mir nix aus. Mir ist auch vollkommen egal, ob ich für vier, vierzig oder vierhundert Leute koche“, stellt sie klar und ergänzt mit ernstem Unterton: „Köchin war mein Traumjob. Aber diesen hätte ich durch meine Knoblauch-Allergie nicht überlebt.“

Anke Schilke organisiert die IVV-Wanderungen ihres Vereins, an der jährlich mehr als 1100 Wanderfreunde teilnehmen. Nicht wenige kommen auch, um ihre legendäre Lyoner-Pfanne zu kosten, weiß sie – und verrät: „Das ist ja ein ganz einfaches Gericht, aber es wird wahnsinnig gut angenommen.“ An der riesigen Pfanne steht sie nicht mehr, aber das Rezept und auch das Konzept der IVV-Wanderung – IVV steht für Internationaler Volkssport-Verband – sind von ihr. Zu den Hauptaufgaben der Orga-Leiterin gehört die Einteilung und Betreuung der mehr als 100 Helfer und vieles mehr. „So weltbewegend ist das nicht“, wiegelt sie aber ab: „Ich habe über die ganzen Jahre so viel Erfahrung gesammelt, Routinen entwickelt und alles akkurat abgeheftet.“ Kein Wunder, dass bei ihr alle Fäden zusammenlaufen.

top