Kommunalpolitik

Ganz großes SPD-Kino

FOTO: SZ / Robby Lorenz

Diese Woche war für die Sozialdemokratie im Regionalverband großes Kino. Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz glänzte in einer Art Superheldinnen-Film. Sie ist mit einem überzeugenden Auftritt ins Wahljahr gestartet und hat ihren Neujahrsempfang optimal genutzt, um sich und ihre Stadt in Szene zu setzen.

Sozialdemokraten können nicht mit Geld umgehen? Diesen ewigen Vorwurf, von dem man annehmen kann, dass CDU und FDP ihn auch im Wahlkampf öfter mal wiederholen werden, hat sie lässig vom Tisch gewischt. Die Stadt erwirtschaftet Überschüsse. Der von ihr und Bürgermeister Ralf Latz (ebenfalls SPD) verantwortete Haushalt dürfte bald ausgeglichen sein. Dazu noch gute Nachrichten zu Investitionen und ein klares Statement, hinter das sich alle Saarbrücker stellen können: Wir sollten uns mit denen solidarisieren, „die sich für unsere Gesellschaft einsetzen und etwas für das Gemeinwohl erreichen wollen, und uns weniger an denen abarbeiten, die – ganz gleich ob in der digitalen oder realen Welt – Hass und Angst säen und spalten wollen“, sagte sie.

Regionalverbandsdirektor Peter Gillo, der wie Britz im Mai wiedergewählt werden will, hat sich dagegen die Hauptrolle in einer Art Horrorfilm verschafft, indem er eine Parteifreundin ohne Ausschreibung der Stelle vier Monate vor der Kommunalwahl in die Chefetage des Regionalverbands befördert und mehr oder weniger geschickt verhindert hat, dass über Sinn und Unsinn einer zusätzlichen Führungsstelle in der Regionalversammlung beraten oder in der Öffentlichkeit diskutiert werden konnte. Vielleicht sollte Gillo Britz fragen, ob sie ihm das Superheldenkostüm mal ausleiht.

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