Leerer Stadtratssitz

AfD blieb dem Püttlinger Rat seit Sommer fern

Püttlingen. Streit in der Landespartei schlägt Wellen bis in den Stadtrat. Kai Melling würde wieder antreten, doch Parteiausschlussverfahren läuft.

So ganz langsam nähern wir uns den Kommunalwahlen – am 26. Mai ist es soweit. Im Püttlinger Stadtrat fällt auf, dass zwei gewählte Parteien schon einige Zeit nicht mehr im Rat erschienen sind: Hans Schwindling, der die DKP vertritt, fehlt in Folge einer Erkrankung. Die öffentlich einsehbaren Sitzungsbücher zeigen aber auch, dass Kai Melling, der Vertreter der AfD, im vorigen Jahr nur an vier von zehn Stadtratssitzungen teilgenommen hat, zuletzt, vor der Sommerpause, am 21. Juni.

Melling ist Leiter des Bürgerbüros des Saarbrücker AfD-Bundestagsabgeordneten Christian Wirth und wie dieser im schon lange währenden Streit innerhalb der saarländischen AfD (die SZ berichtete) ein erklärter Gegner des Landesvorsitzenden Josef Dörr. Im Gespräch mit Kai Melling lässt sich zwischen den Zeilen auch erkennen, dass diese Auseinandersetzung und der damit einhergehende Frust neben Terminüberschneidungen zumindest einer der Gründe für sein Fernbleiben im Püttlinger Stadtrat ist.

Gegen Melling läuft seit über einem Jahr ein Parteiausschlussverfahren, in die Wege geleitet von Josef Dörrs Sohn Michael Dörr, der Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Saarbrücken Land ist (Melling: „Das ist der Motivation nicht gerade förderlich.“). Das habe auch die seltsame Folgen, so Melling,  „dass ich technisch gesehen noch AfD-Mitglied bin, aber derzeit keinen Mitgliederrechte habe. Auf mein Mandat im Püttlinger Stadtrat wirkt es sich aber nicht aus.“

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