Rocco del Schlacko beginnt mit Dusche

Vor der Musik rockte der Regen

Nur Sekunden machen den Unterschied: Der Rocco-Campingplatz heiß und staubtrocken . . .FOTO: BeckerBredel

Püttlingen. Tausende junge Leute zogen am Donnerstag erwartungsfroh mit Sack und Pack zum Rocco del Schlacko, um auf dem Festivalgelände zu campen – und eine kurze aber heftige Dusche gab’s gratis dazu.

Das Musikfestival Rocco del Schlacko auf dem Sauwasen ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Bei einem Rundgang zur Eröffnung trafen wir am Donnerstag Musikfans aus dem gesamten Bundesgebiet. Zum Beispiel Sandra Grochowski und ihre Freundin: Sie reisten aus Rostock quer durch die Republik an, weil hier die Bands Kraftclub und Donuts auftreten. „Denen reisen wir ständig hinterher, morgen reisen wir wieder ab zu einem anderen Donuts-Konzert“, sagt die junge Frau mit den feuerroten Haaren. Beim Rocco sieht sie bereits ihr 100. (!) Donuts-Konzert, bei Kraftclub kommt sie auf 95 Konzerte. „Ja, das klingt verrückt, aber live ist immer anders“, freut sich die musikbegeisterte Rostockerin.

Simon Münch aus Niederzissen (Rheinland-Pfalz, nahe Nürburgring) ist zum dritten Mal da, er findet das Rocco „urig und nicht so kommerziell wie Rock am Ring.“ Volle drei Tage sei er da und verpasse Mamas 60. Geburtstag dafür. „Ich brauche ein Zelt, einen Schlafplatz und etwas zum Essen und Trinken, der Rest findet sich ganz schnell“, sagt er. 

Nora Löffler vom Saarbrücker Café Exodus geht mit einer Farbschablone um. Sie besprüht mit anderen Aktivisten Zelte mit dem Rocco-Logo: „Wir sprechen alle an, dass sie ihren Müll und das Zelt wieder mitnehmen. Früher wurden hier Zelte am letzten Tag verbrannt, das ist umweltschädlich“, sagt sie und findet offene Ohren. Johanna Lion aus Merzig sprüht das Logo auf ihr Zelt: „Ich werde es jetzt allein deshalb wieder abbauen, weil es ein Souvenir ist.“

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