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Trinkwasser, Strom und die Wildschweinplage

Imposant steht das Kraftwerk Weiher in der Gemeinde. FOTO: Thomas Seeber

Quierschied. „Das Wasser im Gemeindeteil Fischbach ist mikrobakteriell belastet und muss vor dem Gebrauch abgekocht werden.“ Von dieser Nachricht wurden die Bewohner des Gemeindeteils Ende September überrascht.

Nach einem Wasserrohrbruch hatten die Gemeindewerke die Verunreinigung festgestellt und das sogenannte Abkochgebot erlassen. Einige Tage später kam dann die Entwarnung.

Sorgen bereitete in der gesamten Gemeinde das Wasser aus einem anderen Grunde. „Eine Gesundheitsgefährdung können wir ausschließen.“ Das sagte Humantoxikologe Professor Michael Schwarz von der Technischen Universität Tübingen im Quierschieder Gemeinderat. Der Experte klärte die Ratsmitglieder und etliche interessierte Bürgerinnen und Bürger über die Auswirkungen der erhöhten Werte an Polychlorierten Biphenylen (kurz: PCB) im Fischbach auf. Dort hatten Messungen ergeben, dass die sogenannte Umweltqualitätsnorm zum Teil um das Siebenfache überschritten wurde. „PCB ist krebsfördernd“, erklärte Schwarz, der auch 17 Jahre lang am Krebsforschungszentrum in Heidelberg tätig war, „eine akute oder chronische Toxizität (Anm. d. Red: Toxizität ist die Giftigkeit eines Stoffes) kann man am Fischbach ausschließen“. Dafür seien die Mengen von PCB im Wasser deutlich zu gering.

Sorgen machten ebenso Wildschweine: So wurde zum Beispiel der neue Spielplatz in der Goethestraße in Göttelborn kurz vor der offiziellen Eröffnung von einer Rotte Schwarzkittel regelrecht verwüstet. Die Verwaltung reagierte und rief Experten an einen Runden Tisch. So gab es im Herbst im Bereich Fischbach sowohl Einzel- als auch Gesellschaftsjagden. Zudem wurden Mitarbeiter des Baubetriebshofes für den Umgang mit von der Krankheit betroffenen Tieren und Kadavern geschult.

(thf)
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