Notstand bei Saarbrücker Berufsfeuerwehr

Amtsärzte können nicht alle kranken Mitarbeiter rechtzeitig untersuchen

Amtsärzte wegen krankgeschriebener Berufsfeuerwehrleute im Dauereinsatz (Symbolbild). FOTO: dpa / Hauke-Christian Dittrich

Saarbrücken . Nur ein Bruchteil der krankgeschriebenen Kollegen werden bis zur vom Gericht festgesetzten Frist durchgecheckt.

Wenn die Frist des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Saarlouis am Dienstag (16. April), Punkt 12 Uhr, abläuft, dann haben Amtsärzte längst nicht alle krankgeschriebenen Beamten der Saarbrücker Berufsfeuerwehr untersucht. Das teilt Lars Weber mit, Pressesprecher beim für diese Aufgabe verantwortlichen Regionalverband Saarbrücken. Drei Mediziner seien zwar im Dienst, die wegen dieses richterlichen Auftrags bereits zuvor anberaumte Termine verschoben hätten. „Eine Untersuchung dauert etwa 45 bis 60 Minuten.“ So könne jeder Arzt „acht Untersuchungen pro Tag leisten“. Das bedeute aber: Von Montag bis Dienstagmittag seien 36 Kontrollen möglich.

Allerdings sind zurzeit 90 Kollegen der einzigen kommunalen Wehr im Saarland nicht auf ihrer Dienststelle, weil ihnen Hausärzte Atteste zur Arbeitsunfähigkeit ausstellten. Und das OVG wollte überprüfen lassen, ob dabei wirklich alles mit rechten Dingen zugeht.

Hintergrund: Nach Bekanntgabe des Beschlusses am saarländischen Verwaltungsgericht Anfang vergangener Woche, wonach der umstrittene Feuerwehrchef Josef Schun sofort wieder auf seinen alten Posten zurückkehren soll, hagelte es über Nacht massenweise Krankenscheine. Das OVG setzte zwar die Entscheidung der Kollegen vom Verwaltungsgericht über Schuns sofortige Rückkehr nach Beschwerde der Landeshauptstadt am vergangenen Freitag (12. April) einstweilen bis Dienstag, 12 Uhr, außer Kraft. Jedoch mit der Prämisse, alle kranken Feuerwehrmitarbeiter vom Amtsarzt untersuchen zu lassen. Sollte ihnen nachzuweisen sein, dass sie sich wegen eines etwaigen stillen Protests gegen die Wiedereinsetzung des geschassten Feuerwehrleiters krankschreiben ließen, drohen ihnen dienstrechtliche Konsequenzen.

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