Syrer repariert kaputte Elektrogeräte

Er kämpft gegen den Wegwerfwahn

Informatiker Anas al Kuteifan macht im Repair Café kaputte Elektrogeräte wieder flott. FOTO: Iris Maria Maurer

Malstatt. Anas al Kuteifan aus Syrien engagiert sich im Repair Café des Vereins Weltveränderer in der Breite 63.

„Kürzlich kam ein Prominenter vorbei, und ich habe ihn nicht erkannt“, sagt Anas al Kuteifan und schlägt beschämt die Hände vor den Kopf. Der 29-jährige Syrer engagiert sich seit einem Jahr im Repair Café des Vereins Weltveränderer. Jeden ersten Samstag im Monat repariert er in der Breite 63 Laptops, Telefone, Handys und andere Elektrogeräte. Insgesamt sind pro Termin 15 Vereinsmitglieder im Einsatz, darunter auch Schneiderinnen und Schneider.

Zehn weitere packen im Hintergrund mit an. Wer die Berühmtheit war, die mit ihrem kaputten Drucker in die Werkstatt spazierte? „Er ist der Chef der Kultur“, sagt al Kuteifan. Es bereitet ihm noch Schwierigkeiten, den Namen des Kultusministers Ulrich Commerçon (SPD) korrekt auszusprechen. Leider konnte er dessen Drucker nicht reparieren, da ihm das passende Teil dazu fehlte. „Aber ich konnte ihm zumindest sagen, was genau kaputt ist.“

Al Kuteifan kommt aus Daraa, einer Stadt im Süden Syriens, unmittelbar an der jordanischen Grenze. Wegen des Kriegs in seiner Heimat ist er zunächst nach Jordanien geflohen und dann nach Deutschland. Was er auf seiner Flucht erlebt hatte, darüber möchte er nicht reden. Seit drei Jahren wohnt er mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter in Malstatt. Hier absolvierte er Integrations- und Deutschkurse. „Im Moment warte ich noch auf einen Platz in einem C1-Deutschkurs.“ Al Kuteifan studierte Ingenieurwesen und Informatik, spezialisiert auf Netzwerke. In diesem Bereich habe er aber nie arbeiten können. Nun hoffe er, in Deutschland einen Job oder zumindest einen Praktikumsplatz zu bekommen. „Das ist aber sehr schwer. Hier gibt es schon viele gute Ingenieure und Informatiker, und mir fehlt die Erfahrung.“ Gerade die Informatik entwickele sich ständig weiter. Täglich durchforste er Webseiten und Internetforen, um sich auf dem Laufenden zu halten.

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