Saarbrücken

Mit dem Messer zur Partynacht in die Stadt

Saar-Ministerpräsident Tobias Hans mit einer Polizistin bei der Kontrolle eines Autos in der Saarbrücker Innenstadt. FOTO: BeckerBredel

Saarbrücken. Großaktion der Saar-Polizei in der Saarbrücker City. Ministerpräsident und Innenminister Augenzeugen bei nächtlicher Kontrolle.

„Vorsicht Messer!“ Der junge Beamte der operativen Einheit der Saarbrücker Polizei steht bei der Kontrolle eines französischen Kleinwagens an der Bushaltestelle in der Betzenstraße auf der Beifahrerseite - die linke Hand an der Dienstwaffe. Er sichert seinen Kollegen ab, der sich mit dem offenbar unter Drogen stehenden Chauffeur am Steuer beschäftigt. Mit einer Taschenlampe in der rechten Hand leuchtet der Polizist den Innenraum des nicht gerade aufgeräumten Autos ab. Da kommt die deutliche Warnung. Tatsächlich liegt ein offenes Messer griffbereit im Innenraum. Es wird sofort sichergestellt. Für den Fahrer, etwa Mitte 20, der aus Lothringen mit Begleitung aber ohne Fahrzeugpapiere und Ausweis angereist ist, um eine Partynacht in der Landeshauptstadt zu feiern, ist schon bei der Anfahrt in die City am frühen Samstagmorgen gegen 0.30 Uhr Feierabend. Er kommt mit zur Inspektion. Drogentest, Feststellung der Personalien, Überprüfung im Fahndungscomputer. Das übliche Alltagsprogramm für die Polizeibeamten. Hin und wieder müssen sie sich noch unfreundliche, beleidigende Bemerkungen anhören. Auch in dieser kühlen Frühlingsnacht in der City. Manche offenbar berauschte Zeitgenossen wollen zudem beim Anblick der massiven Polizeipräsenz provozieren. „Sie machen mich wirklich nervös. Das nervt“, kommentiert etwa eine eigentlich unbeteiligte Beobachterin das Vorgehen der Beamten, die ihren Job machen und der Frau, die zugibt angetrunken zu sein, nicht deren neugierigen Fragen beantworten wollen.


Bildergalerie: Kontrollen in der Saarbrücker City FOTO: BeckerBredel

Augen- und Ohrenzeugen dieser und anderer Vorfälle in der Nacht von Freitag auf Samstag waren zwei prominente Beobachter aus der Landespolitik. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und dessen Parteifreund und Innenminister Klaus Bouillon schauten den Einsatzkräften, insgesamt sind es über 70 von Bundes- und Landespolizei, bei der Arbeit über die Schultern. Bei der Einsatz- und Lagebesprechung in der Inspektion St. Johann (Karcher Straße) sagte der Regierungschef den Polizisten kurz und bündig, warum er die nächtliche Großaktion („eine sinnvolle Sache und ein wichtiges Signal an die Bevölkerung“) vor Ort begleitet. „Wir wollen nicht stören, aber sehen, unter welchen Bedingungen in einer sicher angespannten Sicherheitssituation sie ihre Arbeit machen.“ Bouillon verwies auf die laufenden Planungen für das 35-38-Millionen Projekt für den Neubau einer Saarbrücker Großinspektion. Bei den Polizisten kam der für die meisten unerwartete und überraschende Arbeitsbesuch der Regierungsspitze durchweg positiv an. Hauptkommissar Patrick End vom Verkehrsdienst: „Unsere Leute finden, das ist eine gute Sache, wenn sich der Ministerpräsident einmal anschaut, wie wir arbeiten.“ Polizeidirektor und Einsatzleiter Udo Schneider sprach von einem „Zeichen großer Wertschätzung“.

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