Nach Querelen in Saarbrücken

Personalrat: Feuerwehrleute arbeiten angstfrei

Zurzeit vom Dienst freigestellt: Feuerwehrchef Josef Schun.  FOTO: bub/fb / BeckerBredel

Saarbrücken. Angeblich atmet die Mannschaft auf, seit der Leiter der Berufsfeuerwehr vom Dienst entbunden ist. Der geht gerichtlich dagegen vor.

Zu wenig Personal, autokratischer Führungsstil, veraltete Ausstattung: Die Liste an Vorwürfen, die vom Personalrat, der  städtischen Mitarbeitervertretung,  und aus den Reihen der Feuerwehr selbst stammt, ist niederschmetternd. Zusätzlich läuft ein Ermittlungsverfahren der Saarbrücker Staatsanwaltschaft gegen den Leiter der Truppe, Josef Schun. Dann der dramatische Einsatz beim Wohnhausbrand in der City Anfang Dezember mit vier Toten – hierbei sprechen Feuerwehrleute von Inkompetenz und völliger Überforderung der Führungsebene. Nach diesem laut Schuns Gegnern verkorksten Einsatz musste dieser den Chefsessel räumen. Vorerst. Denn die Stadt stellte ihn für maximal drei Monate frei. Das war Mitte Dezember.

Die Stimmung im Team soll sich seitdem zum Positiven gewandelt haben, ist Bernd Schumann überzeugt. „Und das ist nicht nur ein Wunschdenken. Die Berufsfeuerwehr fährt jetzt angstfreie Einsätze“, sagte der Personalratsvorsitzende, der zu den schärfsten Kritikern Schuns zählt. Das sei unter der Führung des auf Zeit geschassten Chefs völlig anders gewesen. Was zuvor zur Folge gehabt habe, dass Feuerwehrleute ihren Dienst quittierten. Jetzt sehe das ganz anders aus. Sechs Bewerbungen sollen vorliegen. Und Schumann geht davon aus, dass diese schon bald ihren Dienst antreten werden.

Er rechnet zudem damit, dass sich die enge Personallage weiter entspanne. Der Entwurf des Brandschutzbedarfsplanes sehe 21 Stellen vor, die geschaffen werden sollen. Bislang zähle die Berufswehr  rund 190 Mitarbeiter, davon 120 im Einsatzdienst, ergänzt Detlef Schütz, Saar-Chef der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft sowie einst Mitarbeiter der Stadt Saarbrücken. Auch er hatte die Führungskompetenzen Schuns wiederholt angezweifelt und dies öffentlich kundgetan. Wie der Personalratschef stellt auch der Gewerkschafter einen Wandel innerhalb der Wehr fest. Das liege unter anderem daran, dass der nach ausufernden Querelen 2017 geschaffene Feuerwehrbeirat mit Vertretern der Verwaltung, der Wehr und des Personalrates über die Zukunft verhandelt. Schumann wirkt schon fast euphorisch, wenn er die Beiratsarbeit im Sinne der Mitarbeiterteilhabe beschreibt; es handle sich nun um „echte Beteiligung“. Die habe es unter Schun in den zurückliegenden Jahren nicht gegeben.

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