Lyoner-Worschd-Retter und Suppkultur-Bulli

Das Männerballett erntete für seinen Schautanz „Dein Freund und Helfer“ nicht nur Applaus, sondern auch begeistertes Kreischen. Fotos: Becker&BredelFOTO:

Saarbrücken. Bei der „M'r sin nit so“-Fernsehsitzung bekamen vor allem Landespolitiker ihr Fett weg – auch ganz ohne die Bütt, die Geschichte ist.

Hochkonjunktur herrscht bei den Karnevalisten im Land, die ihre Späße gerne auf Kosten der Obrigkeit treiben. Vor allem Pointen, die dem neuen US-Präsidenten Donald Trump gewidmet sind, aber auch Kommunal- und Landespolitik liefern allerhand Munition für die Spaßmacher, wie sich am Wochenende bei der TV-Sitzung der großen Saarbrücker Karnevalsgesellschaft "M'r sin nit so" zeigte.

Rot-Rot-Grün macht es im Saarland - so besingt es Entertainer Schorsch Seitz in seinem Lied, in dem Ministerin Anke Rehlinger (SPD) mit Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) bricht. Jedenfalls, sofern die Russen sich nicht einmischen. "Was der Wähler will, das is' doch dem Putin egal", so Seitz und singt sein Lied von den russischen "Wahl-Hacker-Buam". Weitere Seitz-Episoden: Innenmister Klaus Bouillon (CDU) ist der "Suppkultur-Bulli", Umweltminister Reinhold Jost (SPD) der "Lyoner-Worschd-Retter", Kultusminister Ulrich Commerçon (SPD) der "Schrottbau-Sanierer" und Finanzminister Stephan Toscani (CDU) Dienstherr der "Steuer-CD-Schlamper". Und dann nimmt er sich noch selbst auf den Arm, der Themenvielfalt sei Dank. Adressiert an Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD): "Eigentlich sollt' an der Stell' jetzt e Witz über den HTW-Bau komme." Stattdessen einer über die Kostenexplosion bei der Stadionsanierung, denn: "Desweje bin ich mit dem HTW-Witz nimmeh fertisch genn." Trump und die Saar-Politik sind auch Themen bei den Frohsinns-Krätzjer - sie greifen das singend auf.

Gespannt ist das Publikum auch auf den ersten Auftritt von "Julanda" ohne ihren langjährigen Bühnenpartner "Jääb". Der hatte übers Jahr wegen gesundheitlicher Gründe "de Rieme geschmiss". Stattdessen ist nun "Karl-Wilhelm Hühnerfeld" an ihrer Seite - ein "Escort-Mann aus em Katalooch", der hier und da seinen eigenen Willen haben soll, bei der Premiere aber meistens ziemlich vor der herrischen Julanda kuscht. Abschließend gibt es viel Applaus, das Publikum nimmt das neue Duo wohl an. Was nicht heißt, dass der Jääb nicht fehlt. "Alleine sein Vorspiel mit der Schafftasch - das war schon einzigartig", erinnert sich Marlene Weiß im Publikum.

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