Organisatorischer Stress in Saarbrücken

Stunk um Weihnachtsmarkt am Schloss

So idyllisch wie in den Vorjahren (hier: 2015) wird’s unter Beschickern des Alt-Saarbrücker Weihnachtsmarktes diesmal wohl nicht. FOTO: BeckerBredel

Saarbrücken. Schausteller der ersten Stunde kommen sich verschaukelt vor: Sie bekommen keinen Standplatz mehr. Und das ist längst noch nicht alles.

Wenn sich Mittwoch früh Roland (65) und Sascha (44) Haddzis mit der städtischen Kulturamtsleiterin Sylvia Kammer-Emden treffen, ist mächtig Druck im Kessel. Denn Vater und Sohn sind auf die Saarbrücker Verwaltung sauer. Die ist zum dritten Mal für die Organisation des Weihnachtsmarktes am Schloss verantwortlich. Diesmal habe sich einiges zum Schlechten gewandelt. Mal ganz abgesehen davon, dass Rathaus-Mitarbeiter der alteingesessenen Schausteller-Familie eine Abfuhr erteilten. In einem nüchternen Schreiben flatterte die Absage ohne Angabe von Gründen in den Briefkasten. „Und wir haben den Markt mit anderen vor 45 Jahren ins Leben gerufen“, sagt der Senior-Chef.

Roland Haddzis, Saschas Vater ist seit Jahrzehnten auf Jahrmärkten.FOTO:

So wie ihm soll es auch anderen Kollegen ergangen sein, die von Anfang an zu jenen gehörten, die den Markt in Alt-Saarbrücken pflegten. Besonders treffen würde es die Vereine, die den adventlichen Basar vor dem Schloss am ersten Advents-Wochenende prägten. „Die haben die Mietpreise für die Standflächen drastisch erhöht und die Stellplätze verkleinert. Das kann sich ein Verein nicht leisten“, sagt Roland Haddzis. Sohn Sascha pflichtet bei: „Das war immer der Weihnachtsmarkt des kleinen Mannes.“

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