Rechtspopulisten in Sulzbach

Droht Sulzbach ein Abend mit Scharfmachern?

Wortführer während der Demonstration gegen eine Moschee in Sulzbach: Am 22. Juli 2017 traten Alexander Flätgen (links) als Sprecher der Bürgerinitiative „Sulzbach wehrt sich“ und Edwin Wagensveld als Vertreter der niederländischen Pegida-Bewegung mit markigen Worten auf. FOTO: Matthias Zimmermann

Sulzbach. Vor Wochen schon will der Anführer des rechtsgerichteten Bürgerbündnisses „Sulzbach wehrt sich“ das Konzert angemeldet haben. Doch erst seit Dienstag schrillen die Alarmglocken im Rathaus. Bürgermeister Adam traf sich mit Mitarbeitern zur Krisenrunde.

Die Aufregung in der Stadtverwaltung scheint groß, nachdem die Verantwortlichen offensichtlich erkannten, an wen sie vermietet haben und was für ein Konzert auf sie zukommen könnte. Ausgerechnet an einem der sensibelsten Orte Sulzbachs: im Salzbrunnenhaus. Wo 2002 in unmittelbarer Nähe der Türke Ahmet S. (19) von einem 25 Jahre alten Neonazi niedergestochen wurde. Das Opfer starb einen Tag später, der Täter wurde wegen Totschlags zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt.


Genau in dem Gebäude soll am 6. April die Band Kategorie C/Hungrige Wölfe auftreten. Was der Veranstalter recht harmlos als Balladen-Abend ankündigt, sehen Kritiker ganz anders. Denn die Gruppe macht seit Jahren mit  martialischen Texten auf sich aufmerksam, ist in der rechtsextremen Szene gern gesehener Gast. So heißt es unter anderem im Song Staatsfeind Nr. 1: „Als deutscher Nazi vogelfrei,/mit jedem Schritt bist du das Nazischwein./Ich frag mich, wohin das führt,/wenn man diesen Hass hier spürt.“

Als Veranstalter tritt die Bürgerinitiative „Sulzbach wehrt sich“ auf. Diese Bewegung macht von sich reden, seitdem die Pläne für eine Moschee im ehemaligen Postgebäude spruchreif sind. Dagegen formierte die Gruppe Widerstand, der sich im Juli vergangenen Jahres während einer Demonstration auf dem Marktplatz lautstark Gehör verschaffte.

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