59-Jähriger schaltet ungewöhnliche Annonce

Beamter fühlt sich unterbeschäftigt und sucht per Anzeige neuen Job

(Symbolbild).FOTO: dpa/dpaweb / Peter Endig

Koblenz. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr mit Sitz in Koblenz prüft den Fall eines Beamten, der in der Stellenanzeige einer Zeitung über Unterbeschäftigung geklagt und einen neuen Job gesucht hat.

Das Bundesamt weist den Vorwurf der Unterbeschäftigung zurück. „Angesichts eines Personalfehls von über 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei gleichzeitig vielen neuen Beschaffungsvorhaben ist das Amt derzeit sehr stark ausgelastet“, sagt Sprecher Dominik Wullers. „Der Vorgang wird bereits intern geprüft und mit dem betroffenen Mitarbeiter wird das Gespräch gesucht.“

Der Beamte sagte laut einem Bericht der „Rhein-Zeitung“, er sitze seit einem Jahr jeden Tag ohne Arbeit alleine in einem Zehn-Quadratmeter-Büro in dem Bundesamt. Deshalb sei er in psychiatrischer Behandlung und habe 2017 einen Herzinfarkt erlitten, sagte der 59-Jährige der Zeitung, in der am Samstag seine ungewöhnliche Stellenanzeige erschienen war. Weil er unbequem und penibel sei, fühlten sich wohl einige auf den Schlips getreten. Deshalb sei er vor drei Jahren in den „offenen Vollzug“ im Amt strafversetzt worden. Ein Einzelfall sei er nicht: „Laufend werden Personen verschoben, die nicht so gelitten sind.“

Das riesige Bundesamt kauft für die deutschen Streitkräfte die komplette Ausrüstung von Stiefeln über Panzer und U-Boote bis hin zu Flugzeugen. Wegen seiner Unterbesetzung sucht es händeringend nach Personal – auf dem Papier hat die Behörde mit Hauptsitz in Koblenz rund 11 000 Dienstposten.

(dpa)
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