Entlastung der Notaufnahmen

Bereitschaftsdienst rund um die Uhr?

Wer nachts oder am Wochenende eine Notaufnahme aufsucht, muss unter Umständen lange warten. Foto: Hollemann/dpaFOTO: Hollemann/dpa

Saarbrücken. Die Notaufnahmen im Saarland sind oft überfüllt. Nun wird überlegt, die Öffnungszeiten von Bereitschaftsdienstpraxen auszuweiten.

Plötzliche Schmerzen oder Beschwerden treten in der Nacht auf. Ab zum Arzt. Aber welcher Hausarzt hat gerade Dienst? Weil viele das nicht wissen, gehen sie direkt in die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses. Die ist aber oft überfüllt. Dann heißt es, lange warten - obwohl manch einem Patienten ein Hausarzt besser weiterhelfen könnte. Bei der Lösung dieses Problems sei das Saarland vor einigen Jahren schon wegweisend gewesen, sagt Thomas Jakobs, Geschäftsführer der Saarländischen Krankenhausgesellschaft. 13 Bereitschaftsdienstpraxen wurden flächendeckend an Krankenhäusern im Saarland eingerichtet. Sie sind immer dann offen, wenn die niedergelassenen Ärzte keine Sprechstunde haben, mittwoch- und freitagnachmittags etwa oder am Wochenende.

Jetzt diskutiert das Land darüber, die Öffnungszeiten dieser Praxen auszubauen. Ein Versuch laufe derzeit am Klinikum Saarbrücken auf dem Winterberg und in der Caritasklinik auf dem Saarbrücker Rastpfuhl, erklärt Gunter Hauptmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Saarland. Seit etwa fünf Wochen haben die jeweils dort ansässigen Bereitschaftsdienstpraxen wochentags bis 22 Uhr geöffnet. Danach suchten erfahrungsgemäß nur noch selten Patienten die Praxen auf. Bis zum Quartalsende, Ende Juni, gelten diese verlängerten Öffnungszeiten noch, sagt Gunter Hauptmann. Dann wird ausgewertet, ob es sich lohnt, die Praxen rund um die Uhr zu betreiben.

Das forderte der Landeschef der Techniker Krankenkasse, Jörn Simon. Damit wolle er die Notaufnahmen entlasten. Geschultes Personal in den Praxen solle erkennen, wann es sich um einen echten Notfall handelt und wann nicht. Neben dem Versuch laufen dazu zurzeit viele Gespräche, erklären die Verantwortlichen. Die KV diskutiere darüber mit der Saarländischen Krankenhausgesellschaft, aber auch mit den einzelnen Krankenhäusern, erklärt Hauptmann. Letztlich müssten alle Akteure gemeinsam die Punkte mit dem Gesundheitsministerium besprechen. Denn auch die Landesregierung hält im neu verfassten Koalitionsvertrag fest, dass Bereitschaftsdienstpraxen rund um die Uhr geöffnet sein sollten. "Wir haben schon ein gut funktionierendes System, aber die Notaufnahmen sind überlastet", sagt Jakobs. Das System müsste besser unterscheiden, wann es sich um einen echten Notfall handele und wann nicht.

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