BASF-Unglück

Das Inferno beim Chemie-Riesen

Die Explosion am 17. Oktober 2016 auf dem Gelände des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen forderte fünf Menschenleben. FOTO: Einsatzreport Südhessen / dpa

Ludwigshafen. Fünf Tote, 28 Verletzte, ein riesiger Schaden: Vor einem Jahr erschütterte eine Explosion beim Chemieriesen BASF in Ludwigshafen die Region. Die Hintergründe sind immer noch nicht ganz geklärt.

An den Tag der tödlichen Explosion bei der BASF kann Udo Scheuermann sich noch genau erinnern. Er sei in seinem Büro gewesen, als er den Knall gehört und die Rauchwolke gesehen habe, sagt der Ortsvorsteher von Ludwigshafen-Oppau. „Ich bin dann in die Richtung gefahren, wo ich vermutet habe, dass da was ist, aber es war schon alles abgesperrt.“

Also verfolgte der 72-Jährige von seinem Büro aus die Nachrichten über den Vorfall im nahen Landeshafen Nord, in dem Schiffe für die BASF be- und entladen werden. Aus der Entfernung wurde er Zeuge des schlimmsten BASF-Unglücks der vergangenen Jahrzehnte. Fünf Menschen starben, 28 wurden verletzt. Am Dienstag ist der erste Jahrestag des Unglücks, das bundesweit Aufsehen erregte und auch jetzt noch viele beschäftigt. „Das Thema ist immer noch akut“, sagt Scheuermann.

Was damals passierte, schien relativ schnell klar zu sein. Warum es passierte, ist auch ein Jahr später noch ein Rätsel. Fest steht: Mitarbeiter einer Spezialfirma für Rohrleitungsbau waren schon vier Tage vor dem Unglück in einem etwa 20 Meter breiten Rohrgraben eingesetzt, in dem 38 Leitungen liegen – für Dampf, Brunnen- und Abwasser sowie für brennbare Chemikalien. Im Auftrag der BASF sollten sie bei einer entleerten Leitung für „Propylen flüssig 95 Prozent“ einen „Dehnungsbogen“ austauschen, ein Element zum Spannungsausgleich.

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