Sorge um Zukunft der Dorffeste

Gema-Gebühren: Land will Ehrenamtlichen Arbeit erleichtern

Die Gebühren sind für viele Kommunen ein großer Kostenfaktor (Symbolfoto).FOTO: dpa / Jens Wolf

Saarbrücken. Die Landesregierung will Ehrenamtlichen helfen, sich im Tarifdschungel der Gema zurechtzufinden.

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, kurz Gema, vertritt die Urheberrechte von Musikern. Im November vergangenen Jahres hatten sich  vier Ortsvorsteher der Gemeinde Schiffweiler in einem offenen Brief an die Kanzlerin und die damalige Ministerpräsidentin gewandt: Sie seien „in großer Sorge“ um die Zukunft von Dorffesten und Weihnachtsmärkten. Grund seien die hohen Gema-Gebühren. Auch der Präsident des Saarländischen Städte- und Gemeindetags (SSGT), Jürgen Fried (SPD), meldete sich zu Wort: Die Gebühren seien für viele Kommunen ein „immenser Kostenfaktor“.

Was hat sich ein knappes Jahr später getan? Gema-Sprecherin Gaby Schilcher sagt, im vergangenen Jahr sei die Sache „ein bisschen eskaliert“. Die hohe Rechnung in Schiffweiler sei damals zustande gekommen, weil Feste nicht pünktlich angemeldet und Veranstaltungsflächen nicht genau definiert worden seien. Doch in diesem Jahr habe die Gemeinde „alles wunderbar angemeldet“. Klaus Gorny, Ortsvorsteher von Heiligenwald, ist zwar froh, über das Entgegenkommen der Gema im vergangenen Jahr, trotzdem ist er nach wie vor der Ansicht, dass die Kosten zu hoch sind.

Aus Sicht der Landesregierung sind weniger die Gebühren an sich das Problem als vielmehr „Informationsdefizite“ bei den Veranstaltern, wie eine Sprecherin der Staatskanzlei es formuliert. Bereits 2014 habe die Landesregierung Gespräche mit der Gema geführt. Dabei habe sich herausgestellt, dass die „angeblich untragbar hohen Gebühren“ in der Regel auf Wissenslücken beruhen. Denn die Kosten ließen sich reduzieren, etwa über Rahmenverträge von Dachorganisationen, Sondervergütungen für Benefizveranstaltungen und ähnliches.

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