Zoff zwischen CDU und SPD

In der Saar-Groko knirscht es vernehmlich

CDU-Generalsekretär Markus Uhl: „SPD ist unanständig.“ FOTO: Becker&Bredel

Saarbrücken. Die Stimmung in der CDU/SPD-Koalition im Saarland ist auf dem Tiefpunkt. Der Ton ist rau, was vor allem an dem Skandal um den Landessportverband liegt.

Müssen sich die Wähler der Großen Koalition im Saarland Sorgen machen um den Bestand der CDU-SPD-Regierung unter Ministerpräsident Tobias Hans (CDU)? Die Frage wird in politisch interessierten Kreisen im Saarland derzeit immer öfter gestellt. Denn der Ton unter den Koalitionspartnern wird rauer. So schickten die Parteiführungen von CDU und SPD jetzt ihre Generalsekretäre vor, sich vor dem Hintergrund des in seinen Ausmaßen immer noch nicht absehbaren Skandals um den Landessportverband (LSVS) anzugiften.

Saar-CDU-Generalsekretär Markus Uhl bezeichnete gestern die Äußerungen des Saar-SPD-Generalsekretärs Christian Petry als „die eigentliche Belastung für politische Arbeit“. Uhl wies die Aussagen Petrys zu „Informationsbesuchen von CDU-Gliederungen“ beim Landessportverband und der Sportschule „entschieden zurück“. Schließlich sei die Saar-CDU die Partei, in der sich Tausende im und für das Ehrenamt engagierten, betonte Uhl. „Bis dato ist nicht geklärt, welche Gruppierungen – seien es Parteien, Vereine oder sonstige Institutionen – alle den LSVS bzw. die Sportschule unter welchen Umständen besucht haben“, sagte Uhl. Sein Versuch, die Besuche von Mitgliedern des CDU-Ortsvereins Oberwürzbach, der Jungen Union und der Saarbrücker CDU-Stadtratsfraktion beim LSVS als Normalität darzustellen, ist deutlich. Dabei besteht bei all diesen Besuchen der Verdacht, dass diese unter der Ägide des zurückgetretenen LSVS-Präsidenten Klaus Meiser (CDU) auf LSVS-Kosten gingen. Doch Uhl beharrte gestern darauf, dass sein SPD-Kollege Petry „all diejenigen zu kriminalisieren versuche“, die sich vor Ort über die Arbeit von Landessportverband und Sportschule informiert hätten. Dies sei völlig absurd, zumal viele LSVS-Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze bangten. Dabei war bis gestern etwa auf der Internet-Seite oberwuerzbach.de unter der Überschrift „CDU-Oberwürzbach besucht Hermann-Neuberger-Sportschule“ zu lesen, das aus den Reihen der Teilnehmer des Besuchs in Saarbrücken im September 2015 immer wieder zu hören war: „Das übertrifft alle Erwartungen“.

 Aus den offenbar angenehmen Besuchen von CDU-Formationen beim LSVS und der Sportschule wie Petry „parteipolitischen Profit schlagen zu wollen“, sei „so leicht durchschaubar wie unanständig“, sagte Uhl, der auch im Bundestag sitzt.

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