Mehrjährige Haftstrafe für Saarländer

Urteil: Messerstich vor Kneipe in Saarlouis war versuchter Mord

(Symbolbild). FOTO: dpa / David-Wolfgang Ebener

Saarlouis/Saarbrücken. Nach dem Messerangriff auf einen Mann in Saarlouis hat das Landgericht einen Saarländer zu fünf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Der 41 Jahre alte Angeklagte hatte kurz vor Silvester 2017 nach einem Streit mit dem späteren Opfer das Lokal in der Altstadt verlassen, war nach Hause und hatte sich dort mit zwei Küchenmessern bewaffnet. Dann kam er zurück und wartete vor der Kneipe in der Altstadt. Als der andere Mann zum Rauchen vor das Lokal kam, griff der Angeklagte von hinten an und stach zu. Das 53 Jahre alte Opfer erlitt Verletzungen am Oberschenkel, an der Hand und am Hals.

Die Richter bewerteten diese Tat als versuchten Mord und als eine das Leben gefährdende Körperverletzung durch den Einsatz einer Waffe bei einem hinterlistigen Überfall. Gleichzeitig billigten sie dem teilweise geständigen Angeklagten, der zur Tatzeit zwischen 2,2 und 3,0 Promille Alkohol im Blut hatte, verminderte Schuldfähigkeit zu. Dies wirkte im Ergebnis strafmildernd. Damit folgte das Gericht weitgehend der Linie des Oberstaatsanwaltes, der eine Haftstrafe von neun Jahren wegen Mordes beantragt hatte.

Die Verteidigung dagegen hatte die Tat lediglich als gefährliche Körperverletzung eingestuft und für eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren plädiert. Begründung: Der Angeklagte habe sein Opfer nicht töten wollen, er habe dem anderen Mann wegen des vorherigen Streites lediglich einen Denkzettel verpassen wollen. Dieser Argumentation der Verteidigung folgte das Landgericht nicht.

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