Personalnot

Ab 2022 soll die Saar-Polizei wieder wachsen

FOTO: BeckerBredel

Saarbrücken. Die Politik hat beim Stellenabbau den Schalter umgelegt. Doch bis die Anwärter ausgebildet sind, vergehen Jahre. Und es gibt Risiken.

In der Diskussion um die innere Sicherheit im Saarland ist die Zahl der Neueinstellungen bei der Polizei zu einer entscheidenden Messgröße geworden. Bei genauem Hinsehen allerdings ist die Zahl der neuen Kommissaranwärter wenig aussagekräftig. Man muss sie vergleichen mit der Zahl jener Polizisten, die dreieinhalb Jahre später – wenn die Anwärter fertig ausgebildet und voll einsatzbereit sind – in Ruhestand gehen oder aus anderen Gründen aus dem Dienst scheiden.

Ein Beispiel: Die Zahl von 124 Neueinstellungen im Jahr 2018 wäre in der Relation hoch, wenn dreieinhalb Jahre später 100 Polizisten ausscheiden würden. Sie wäre aber gering, wenn 150 Polizisten wegfielen. Tatsächlich ist damit zu rechnen, dass 2022 nach heutigem Stand 112 Beamte wegfallen – unter dem Strich dürfte sich die Personalstärke der Polizei in jenem Jahr also erstmals seit langem wieder erhöhen. Das gilt besonders für das Jahr 2024, wenn den 124 fertig ausgebildeten Kommissaren nach heutiger Prognose 92 Abgänge gegenüberstehen – ein Plus von 32 Beamten. Für 2018 bis 2020 hat die CDU/SPD-Landesregierung die Einstellungszahl bereits auf 124 Kommissaranwärter festgelegt. „Der Personalaufwachs ist sehr real“, sagt Polizei-Vizepräsident Hugo Müller, der die Zahlen der Personalplaner auf Anfrage der SZ bekanntgab.

Hugo Müller, Vizepräsident der saarländischen Polizei FOTO: Norbert Becker
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