Saarbrücker Weihnachtscircus

Proteste lassen die Zirkus-Leute kalt

Der Saarbrücker Weihnachtscircus zeigt in seinen Vorstellungen auch zwei asiatische Elefanten – sehr zum Unmut von Tierschützern. FOTO: CALOT Jean-Michel 50110

Saarbrücken. Der Saarbrücker Weihnachtscircus schlägt seine Zelte auf – und ruft damit gleich mehrere Tierschutz-Organisationen auf den Plan.

„Manege frei“ heißt es bald in Saarbrücken. Denn vom 21. Dezember bis zum 6. Januar gastiert der Saarbrücker Weihnachtscircus auf dem Festplatz im Stadtteil Burbach. Mit dabei sind neben den menschlichen Akteuren auch mehrere Tiere, unter anderem zwei asiatische Elefanten. Denn trotz vielfacher Diskussionen über ein Verbot sind Wildtiere im Zirkus in Saarbrücken weiterhin erlaubt – sehr zum Unmut diverser Tierschutz-Organisationen.

„Die Wildtiere gehören nicht in den Zirkus“, betont Ralf Bettinger, Vorsitzender des Vereins Animals Rights Watch (Ariwa). Es zeige sich immer wieder, dass die Tiere dort gestörte Verhaltensweisen an den Tag legten. Bei Elefanten seien das zum Beispiel einseitige Bewegungen wie das sogenannte „Weben“, eine wiederholte Hin-und-Her-Bewegung, oder Kopfnicken. Diese Bewegungen rührten von Platzmangel oder extremer Langeweile her.

Dass solche Bewegungen bei Elefanten zu beobachten sind, bestätigt Joanna Weisheit, Pressesprecherin des Saarbrücker Weihnachtscircus’. Aber, sagt sie: „Das ist mehr ein Zeichen der Freude.“ Dies bestätigt Klaus Zeeb, Professor für Tierverhaltenskunde aus Freiburg: „Das Weben zeigen Elefanten auch in freier Wildbahn in einem gewissen Erregungszustand. Es ist nur dann eine Verhaltensstörung, wenn es den ganzen Tag passiert.“ Die Situation der Elefanten im Saarbrücker Weihnachtscircus ist nach Weisheits Worten „sehr gut“. Das Veterinäramt führe regelmäßig Kontrollen durch, bisher seien diese alle ohne Befund gewesen. Zudem seien alle Gehege größer als sie es nach den geltenden Richtlinien sein müssten – und die Tiere hätten alle Zugang zu einem Innen- und Außenpaddock.

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