Schienenverkehr

Land sieht keine Chance für Elektrifizierung der Niedtalbahn

Rehlingen-Siersburg. Das Verkehrsministerium sieht nur ein sehr geringes Potenzial für grenzüberschreitenden Personen- und Güterverkehr.

Das saarländische Verkehrsministerium hält eine Elektrifizierung der Niedtalstrecke für völlig aussichtslos und erteilt einer entsprechenden Forderung aus CDU, Linkspartei und Grünen eine klare Absage. Nach derzeitigem Stand werde man die Strecke „aufgrund des sehr geringen Potenzials sowohl für den Personennahverkehr als auch den grenzüberschreitenden Güterverkehr“ nicht für ein Förderprogramm des Bundes anmelden. „Der Kosten-Nutzen-Faktor ist eindeutig nicht gegeben“, sagte Ministeriumssprecherin Kathrin Fries auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung.

Zu beachten sei auch, dass die Zuständigkeit des Saarlandes an der Landesgrenze ende. „Was bringt eine Elektrifizierung der Strecke bis zur Landesgrenze? Was ist mit den Schienen auf französischer Seite? Das ist nur durch Frankreich (SNCF) überhaupt machbar“, so Fries. Nichtsdestotrotz werde man auch Alternativen zur Elektrifizierung betrachten – seien es Batterie-Elektrische oder Wasserstoff-Elektrische Antriebe. Daran arbeite die Industrie derzeit sehr stark, erste Prototypen stünden für den Praxistest am Start.

Die Befürworter einer Elektrifizierung wie der CDU-Landtagsabgeordnete Günter Heinrich hatten das Verkehrsministerium aufgefordert, für die Elektrifizierung der Niedtalstrecke beim Bund einen Antrag auf Finanzierung zu stellen. Die große Koalition im Bund hat es sich zum Ziel gesetzt, mit einem umfassenden Förderprogramm den Anteil elektrifizierter Strecken am Schienennetz auf 70 Prozent zu steigern. Nach Angaben des Saar-Verkehrsministeriums liegt dieser Anteil derzeit bei 60 Prozent, im Saarland bei 80 Prozent. Ministeriumssprecherin Fries teilte mit, da vermutlich alle 16 Bundesländer eine Vielzahl von Strecken anmelden würden, müsse eine nachvollziehbare Auslese getroffen werden und Kriterien festgelegt werden, welche Strecken sich zur Aufnahme in das Sonderprogramm eignen. Hierbei spiele selbstverständlich die Nutzen-Kosten-Betrachtung eine ganz entscheidende Rolle. „Ist es wirklich sinnvoll, Projekte zu finanzieren, die keinen Mehrwert oder nur einen geringen Nutzen haben?“, so Fries mit Blick auf die Niedtalstrecke. Unabhängig von dieser Strecke sagte das Ministerium zu, dass man versuchen werde, die Strecke Wemmetsweiler – Lebach in einem Sonderprogramm zur Elektrifizierung zu platzieren – auch wenn dies 2017 schon einmal von der Deutschen Bahn und dem Bund abgelehnt worden sei.

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