Muttersprachlicher Unterricht wird reformiert

Saarland will Konsulatsunterricht durch eigenes Angebot ersetzen

Bildungsminister Ulrich Commerçon FOTO: BeckerBredel

Saarbrücken. Das Saarland will den von Konsulaten angebotenen Sprachunterricht künftig durch ein eigenes Angebot ersetzen. „Wir wollen den Umstand beheben, dass derzeit von Seiten des Saarlandes keine Dienst-, Fach- oder Rechtsaufsicht über den muttersprachlichen Ergänzungsunterricht besteht“, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums am Donnerstag in Saarbrücken. Methoden und Inhalte der Sprachvermittlung könnten nicht in das freie Ermessen des jeweiligen Herkunftsstaates gestellt werden, sondern müssten im geschützten Raum der Schule unter staatlicher Aufsicht und Steuerung stehen.

Das Bildungsministerium plant deswegen eine Neufassung der Verordnung, die dem muttersprachlichen Ergänzungsunterricht zugrunde liegt. Herkunftssprachlichen Unterricht gibt es im Saarland bereits seit den 1960er Jahren. Im vergangenen Schuljahr nahmen im Saarland 602 Schüler an 53 Schulen am türkischen Konsulatsunterricht teil. Der Unterricht wurde von 17 Lehrkräften erteilt. An 31 Schulen wurde Konsulatsunterricht in Italienisch angeboten, an dem zuletzt 623 Schüler teilnehmen, die von neun Lehrern unterrichtet werden.

Der saarländische Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) hatte sich zuletzt unzufrieden über den türkischen Konsulatsunterricht geäußert, der vom türkischen Staat bezahlt wird: „Wir wissen nicht so genau, was dort wirklich passiert.“

Beim Konsulatsunterricht schicken die Herkunftsländer Lehrer nach Deutschland, um Kinder mit Wurzeln aus ihrem Kulturkreis in der Muttersprache zu unterrichten. Er findet meist an staatlichen Schulen statt, wird aber nicht von der Schulaufsicht kontrolliert.

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