Finanznot der Kommunen

Sanierungsstau in Schulen auf hohem Niveau

Viele Schultoiletten sind inzwischen erneuert, doch der Bedarf an Sanierungen ist nach wie vor groß. FOTO: dpa / Frank Rumpenhorst

Saarbrücken. Toiletten, moderne Technik, neue Räume: In die Schulen müsste dringend investiert werden. Die Kommunen bekommen mehr Geld, doch reicht das auch?

Wer wissen will, wie es um den baulichen Zustand der Schulen bestellt ist, kann eine Schultoilette aufsuchen. Wenn das geht: Als sich kürzlich eine große Schule im Regionalverband bei einem Tag der offenen Tür präsentieren wollte, stand nur eine einzige Toilette zur Verfügung. Die Gäste, so berichteten es Lehrer später den Grünen im Saarbrücker Schloss, mussten auf das Lehrer-WC ausweichen.

Der Zustand der stillen Örtchen steht sinnbildlich für den gravierenden Sanierungsstau an den Schulen. Vereinzelt gibt es sogar noch Schulen, an denen Lehrer nicht einmal eigene Toiletten haben, wie Lisa Brausch, die Vorsitzende des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (SLLV), berichtet. Was flächendeckend fehlt, sind Computer, Tablets, elektronische Tafeln, Räume als Rückzugsorte für individuelles Lernen („Wir brauchen mehr Räume als Klassen“, sagt Brausch) oder Jalousien, damit im Sommer die Sonne nicht ins Klassenzimmer knallt. Bundesweit müssten laut der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) 48 Milliarden Euro in Schulen investiert werden, im Saarland wären das 580 Millionen Euro.

Dabei gibt es im Land durchaus Unterschiede, je nach Finanzkraft der Kommune und je nach Schulträger: Die von den Landkreisen getragenen weiterführenden Schulen sind, so sehen es die Bürgermeister, im Großen und Ganzen besser dran als die Grundschulen der Städte und Gemeinden. Die Landkreise könnten sich das notwendige Geld ja über die Umlage von den Städten und Gemeinden holen, lautet die Klage der Rathaus-Chefs. An seinem ehemaligen Gymnasium in St. Wendel sei zum dritten Mal der Schulhof gemacht worden, sagte Innenminister Klaus Bouillon (CDU) jüngst. „Und Kommunen, die wenig Geld haben, wie in Namborn, die kämpfen dann um die Toiletten.“ Wobei es nicht immer die Toiletten sein müssen; viele sind in den vergangenen Jahren ja auch erneuert worden: Auch die Holzvertäfelung mancher Schulturnhalle sieht heute noch nach den 60er und 70er Jahren aus, als könnte Oberstudiendirektor Taft jeden Augenblick hereintreten und näseln: „Frisch, fromm, fröhlich, frei!“

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