LSVS Finanzaffäre

Staatsanwalt vermutet „schwarze Kassen“ beim LSVS

Das LSVS-Gebäude unterhalb des Geländes der Saar-Uni.FOTO: Robby Lorenz

Saarbrücken . Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat ihre Untreue-Ermittlungen gegen den früheren Landtagspräsidenten Klaus Meiser (CDU) in seiner Eigenschaft als Präsident des Landessportverbandes Saar (LSVS) ausgeweitet.

Gestern fanden auf richterliche Anordnung mehrere Durchsuchungen statt. So tauchten Fahnder am Nachmittag in Meisers Privatwohnungen in Quierschied und St. Ingbert sowie in der Wohnung seiner Lebensgefährtin auf. Zuvor traten die Ermittler bei der Saarland Sporttoto GmbH, beim Landessportverband und im Landtag auf. Beschlagnahmt wurden Computer und Schriftstücke zu Finanztransaktionen sowie zu Betriebsausflügen der Landtags-Belegschaft an die Sportschule, der Geburtstagsfeier von Innenminister Klaus Bouillon, aber auch zur Nebenbeschäftigung von Meisers Lebensgefährtin.

Der ermittelnde Oberstaatsanwalt interessiert sich insbesondere für den so genannten Verstärkungsfonds, der bei Saartoto GmbH unter anderem für den Sport aufgelegt wurde. Hier ist die Rede von der „Bildung schwarzer Kassen“. Meiser soll veranlasst haben, dass die 250 000 Euro, die 2016 und 2017 aus den Saartoto-Kassen flossen, nicht im LSVS-Haushalt auftauchten. Vielmehr habe er sich „mehrere Dutzend Barschecks“ ausstellen lassen und diese, so der Staatsanwalt, „nach Gutdünken“ an Vereine und Verantwortliche „insbesondere vor der Landtagswahl“ übergeben. Entsprechende Hinweise soll, so SZ-Informationen, der suspendierte Hauptgeschäftsführer Paul Hans den Ermittlern gegeben haben. Der Verdacht gegen Meiser wird demnach angeblich auch auf Aussagen des zurückgetretenen Präsidiumsmitglieds Eugen Roth, Vizechef der SPD, gestützt.

Meisers Strafverteidiger, Professor Guido Britz erklärte: „Der Staatsanwalt geht von vollkommen falschen Sachverhalten aus. Die Durchsuchungen sind daher rechtswidrig. Wir werden unverzüglich Beschwerde beim Amtsgericht einlegen.“

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