Studie

Tätowierte Polizisten genießen weniger Respekt

Eine Polizistin in Sachsen hat auf ihrem linken Arm eine Tätowierung. Laut Studie schmälert das ihren Respekt in der Bevölkerung. FOTO: dpa / Sebastian Kahnert

Büchenbeuren. Auch immer mehr Polizeibeamte lassen sich tätowieren. Kein großes Problem, längst gesellschaftlich akzeptiert? Von wegen. Eine Untersuchung fördert erstaunliche Erkenntnisse zu Tage.

Vor Monaten war noch eine Lockerung der Vorschriften für Tätowierungen und Piercings bei Polizisten im benachbarten Rheinland-Pfalz im Gespräch, nun könnte es anders kommen. Nach überraschenden Ergebnissen einer Studie zur Wirkung von solchem Körperschmuck könnten gut sichtbare Tätowierungen und Piercings für die Polizisten an Rhein und Mosel für lange Zeit verboten bleiben – trotz des sich ändernden Zeitgeistes.


Die Resultate der Studie der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz wurden jetzt am Hunsrück-Flughafen Hahn vorgestellt. Vor einer endgültigen Entscheidung werden sie nun noch von Innenministerium und Polizeipräsidien näher unter die Lupe genommen.

Vom Ergebnis der Befragung von 241 zufällig ausgewählten Bürgern zwischen 13 und 81 Jahren war die Hochschule der Polizei selbst überrascht, wie ihr Psychologe Markus Thielgen sagte. „Wir dachten erst, Tattoos sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“ Laut der Umfrage erweisen sich hinsichtlich Polizisten aber Vorstellungen im Unterbewusstsein als beständiger als gedacht – sogar unabhängig vom Alter der Befragten. Fazit der Studie: Wenn ein Polizist sichtbar tätowiert oder gepierct ist, sinken Respekt und Vertrauen der Bürger. Zugleich steigt das Einsatzrisiko des Beamten, weil sich manche Bürger eher widersetzen könnten.

top