Familienfeier in Fechingen

Tödliches Familiendrama in Fechingen: Vater wegen Mordes angeklagt

Ein Polizist sichert den Zugang zu dem Haus, in dem der Angeklagte zwei Männer erschossen und zwei Frauen verletzt haben soll.FOTO: dpa / Harald Tittel

Saarbrücken. Wegen mehrfachen Mordes steht ein 59-Jähriger aus Saarbrücken vor Gericht. Er soll als ungebetener Gast auf einer Familienfeier seinen Sohn und seinen Schwiegersohn erschossen haben. Seine Tochter und seine Ex-Ehefrau wurden verletzt.

Der warme und sonnige Samstag im Mai 2018 hätte einer der schönen Tage im Leben einer Familie aus Brebach-Fechingen werden können. Zum 60. Geburtstag der mehrfachen Mutter und Großmutter waren die Kinder, deren Ehepartner und die Enkel zum Feiern in den Stadtteil von Saarbrücken gekommen. Nach dem Mittagessen verteilten sich die Leute im ganzen Haus, sie redeten und ließen es sich gut gehen. Dann kam der Vater und Großvater über die Terrasse. Nach der Scheidung von seiner Frau und nach Drohungen gegen die Familie hätte er dort, so nah bei seiner Ex-Frau, eigentlich gar nicht sein dürfen.

Ex-Ehemann kam mit einer Pistole zum Geburtstag


Der Mann kam trotzdem und ging über die offene Tür ins Haus. Er hatte eine illegal beschaffte Pistole dabei und schoss auf seine Angehörigen. Am Ende waren ein Sohn (35) und ein Schwiegersohn (37) tot. Die Ex-Ehefrau und die 30-jährige Tochter des Mannes waren verletzt. Wegen Mordes und versuchten Mordes in jeweils zwei Fällen muss sich der 59-Jährige deshalb jetzt vor dem Landgericht Saarbrücken verantworten. Er hatte im Zuge der Ermittlungen bei der Polizei die Schüsse auf seine Familie zugegeben. Er sei von der Ex-Frau und den Kindern ein Leben lang drangsaliert worden, meinte er laut Anklage zur Begründung. Außerdem habe er es als ungerecht empfunden, dass sie normal leben können, während bei ihm eine schwere und lebensbedrohliche Nierenerkrankung eingetreten sei.

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