Urteil in Strafprozess

Totschlag am Saarufer: Junger Mann muss sieben Jahre in Haft

Eine Aufnahme aus dem April, als das Opfer aus der Saar geborgen wurde.FOTO: Matthias Zimmermann

Saarbrücken. Nach dem gewaltsamen Tod eines 16-Jährigen muss ein junger Saarländer ins Gefängnis. Der Angeklagte hatte sein Gegenüber bei einem Streit am Saarufer niedergeschlagen und den Bewusstlosen in den Fluss geworfen. Der 16-Jährige ging sofort unter.

Das Landgericht Saarbrücken hat einen 18 Jahre alten Deutschen wegen Totschlags zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren verurteilt. Zur Begründung hieß es: Der Angeklagte habe Ende April 2018 einen 16-Jährigen am Saarufer in der Landeshauptstadt niedergeschlagen. Der Jugendliche mit pakistanischen Wurzeln sei zu Boden und entweder in Folge des Schlages oder durch den Aufprall bewusstlos geworden. Daraufhin habe der Angeklagte sich über ihn gestellt, sein Opfer gepackt, leicht angehoben und mit dem Oberkörper auf den Boden geschlagen. Zuletzt habe er den Bewusstlosen vom asphaltierten Weg über den Grünstreifen an den Fluss gezerrt und ins Wasser geworfen. Dabei habe er nach Aussage eines Zeugen gesagt: „Scheiß Araber.“ Der 16-jährige Hassan ging sofort unter. Er konnte erst 30 Minuten später von Rettungskräften geborgen werden und starb wenige Stunden später im Krankenhaus.

Der 16-Jährige trieb eine halbe Stunde in der Saar

Mehrere Passanten und Zeugen in angrenzenden Bürogebäuden hatten den Vorfall am tagsüber belebten Saarufer beobachtet. Einige von ihnen versuchten, Hassan aus der Saar zu retten – vergebens. Andere riefen die Polizei. Wieder andere hielten den Angeklagten bis zu Eintreffen der Beamten fest. Anschließend erzählte der 18-Jährige den Polizisten, dass er sich nur gewehrt habe. Der andere habe ihn bestehlen wollen. Und bei der Auseinandersetzung sei der Jugendliche ins Wasser gefallen.


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