Vier-Sterne-Haus mit viel Geschichte

Blick in eines der Zimmer. 18 sind mit Balkon zu Park-Seite, 14 zur Stadt-Seite. Fotos: Thomas SeeberFOTO:

Saarlouis. In aller Stille hat in diesen Tagen das Hotel La Maison im ehemaligen Saarlouiser Oberverwaltungsgericht eröffnet. Bauherr und Eigentümer ist Günter Wagner, Sohn des Gründers von Wagner-Pizza.

So laut, wie es in den vergangenen beiden Jahren auf der Baustelle rund ums ehemalige Saarlouiser Oberverwaltungsgericht zuging, so leise öffneten sich vor wenigen Tagen an gleicher Stelle die Türen des Hotels La Maison für die Gäste.

"Viel Tamtam ist nicht so meins", sagt Bauherr und Eigentümer Günter Wagner, der fünf Jahre an der Verwirklichung des Vier-Sterne-Hauses am Prälat-Subtil-Ring gearbeitet hat. Dass die ersten Gäste nun erst ein paar Monaten später begrüßt wurden, als ursprünglich geplant, sieht der 55-Jährige Sohn des Wagner-Pizza-Gründers, Ernst Wagner, gelassen. "Das ist bei einem Projekt dieser Größe alles im Rahmen", sagt er und betont seine Devise: "Soft Opening", also ruhig und gelassen eröffnen, und zwar erst dann, wenn alles passt. So wie beim dazugehörigen Bistro-Restaurant Pastis, in dem seit Ende April die Gäste bewirtet werden.

Und jetzt passte endlich auch alles im La Maison mit seinen 38 Zimmern, darunter ein barrierefreies Zimmer, drei Villen-Suiten und zwei Villen-Zimmer. "Ich wollte keinen Druck zum falschen Zeitpunkt machen. Das Ding soll ja 100 Jahre laufen", sagt Wagner, der mit seinem Haus, La Maison, sichtlich zufrieden ist. "Keinen Druck zum falschen Zeitpunkt machen" bedeutet, dass hier nichts auf die Schnelle aus dem Boden gestampft wurde, sondern ein Hotel entstanden ist, in dem die oft zitierte "Liebe fürs Detail" in nahezu jedem Winkel spürbar ist. Seien es die alten Leuchten an den Wänden des ehemaligen Richtersaals, die zuvor 40 Jahre in einem schwedischen Kino ihren Dienst leisteten, oder die kleinen Kissen auf den Sofas und Sesseln im Foyer, Unikate, gefertigt aus Stoffresten namhafter Designer, oder die mundgeblasene, italienische Stehleuchte aus den 60er Jahren: Vieles im La Maison hat eine Geschichte . "Neues mit Altem zu mischen, die Dinge zusammenzubringen, das ist unsere Stärke", sagt Conni Kotte, eigens aus Hamburg angereiste Interieur-Designerin. Allerdings, darauf legen sie und Günter Wagner wert, soll es nicht elitär oder abgehoben wirken, sondern freundlich und einladend. "Wir schaffen keine sterilen Kulissen, die Menschen sollen sich hier willkommen fühlen", betont Norbert Engelbrecht, der gemeinsam mit Conni Kotte vieles im Foyer, der Bar, der kleinen Bibliothek und der Lobby gestaltet hat. Es sei gewollt, dass die alten Gegenstände weiterhin genutzt werden und neue "Spuren bekommen".

Die Gäste, da ist sich Günter Wagner sicher, werden kommen. Übernachtung mit Frühstück kostet ab 120 Euro, erwartet werden überwiegen Geschäftsleute. "Ich habe keine Bedenken. Der Wettbewerb ist überschaubar, und wir haben bereits viele Anfragen, auch für Festivitäten", sagt Wagner, der immer wieder zwei Namen nennt, die bei der Verwirklichung von La Maison einen großen Anteil hatten: die Architekten Christina Beaumont und Achim Gergen vom Saarlouiser Architektur-Studio CBAG. "Sie waren quasi immer vor Ort und haben mich in vielen Dingen beraten."

Ob und in welcher Form das geplante Gourmet-Restaurant kommen wird, ist noch nicht sicher. "Vermutlich werden wir im kommenden Jahr einmal im Monat Gourmet-Küche anbieten." Jetzt stehe das Hotel an erster Stelle. Kein Druck zum falschen Zeitpunkt eben.

lamaison-hotel.de

Hoteldirektor Alexander Reber (links) und Günter Wagner.FOTO:
Ein moderner Kronleuchter im 5,60 Meter hohen Richtersaal.FOTO:
Altes ins Neue integriert: Viele Vintage-Möbel finden sich im Hotel, wie hier vor Gemälden aus der Sammlung der Familie Wagner.FOTO:
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