Warnstreik

Um 0.01 Uhr machen die Beschäftigten Dampf

Brrrr, eiskalt war es gegen Mitternacht am Freitag. Das hielt etwa 120 IG-Metall-Mitglieder, davon rund 60 von Motus Headliner Überherrn, aber nicht davon ab, sich am Warnstreik zu beteiligen. FOTO: IG Metall Völklingen/Daniel Spengler / Daniel Spengler

Überherrn. In frostiger Nacht haben Arbeitnehmer bei der Überherrner Firma Motus Headliner ihrem Ärger Luft gemacht. Sie folgten dem Warnstreik-Aufruf der IG Metall.

Der Tarifkonflikt in der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie spitzt sich zu. In der Nacht auf Freitag rief die IG Metall Völklingen um 0.01 Uhr mit Ende der Friedenspflicht die Beschäftigten von „Motus Headliner“ in Überherrn zum Warnstreik auf. Die IG Metall fordert für die Beschäftigten der Textil- und Bekleidungsindustrie 5,5 Prozent mehr Vergütungen sowie eine verbesserte Altersteilzeitregelung und mehr Arbeitszeitsouveränität für die einzelnen Beschäftigten. „Inakzeptabel“ nennt die Gewerkschaft das bislang letzte Angebot der Arbeitgeber.

Insgesamt waren um Mitternacht über 120 Kundgebungsteilnehmer vor Ort; 60 von dem Überherrner Unternehmen und 60 Kolleginnen und Kollegen, Vertrauensleute und Betriebsräte von Betrieben wie Ford in Saarlouis, Saarstahl und der Dillinger Hütte, die sich mit den Leuten von Motus solidarisierten. „Es tut gut, euch alle hier solidarisch Seit an Seit mit den Kolleginnen und Kollegen der Textilindustrie zu sehen“, begrüßte Lars Desgranges, 2. Bevollmächtigter der IG Metall in Völklingen, die Nicht-Textiler.

Nach Angaben der IG Metall boten die Arbeitgeber bisher neben mehreren Einmalzahlungen zwei Stufen mit jeweils 1,7 Prozent mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit von 28 Monaten. „Dieses Angebot ist inakzeptabel“, sagte Alfonso Liuzzo, zuständiger Gewerkschaftssekretär der IG Metall. „Sollte es bei der nächsten Verhandlungsrunde kein gescheites Angebot geben, sind wir auch bereit, eine Schippe draufzulegen“. Die nächste Verhandlungsrunde soll am 12. Februar in Bielefeld stattfinden.

(pum)
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