Stromausfall in Saarlouis

Schiffskran kappt bei Saarlouis Stromleitung

Die Schäden an der Stromleitung über der Saar zwischen Saarlouis und Ensdorf und am Mast sind deutlich zu erkennen. Ein Schiffskran hatte Teile der Leitung zerstört. Die Folge: Ein kompletter Stromausfall in der Stadt.FOTO: Ruppenthal

Saarlouis. 14 500 Haushalte waren am Mittwoch zeitweise ohne Strom.

Es soll geknallt haben „wie eine Bombe“, werden die drei Männer sagen. Als Besatzung eines Kranschiffes des Wasserschifffahrtsamts sind sie gerade unterwegs Richtung Mosel, als es passiert: 10.29 Uhr am Mittwoch nicht weit vom Kraftwerk Ensdorf entfernt bei Saarlouis-Lisdorf erwischt der Kran des Kahns die Oberleitung, die hier den Strom über den Fluss in die Festungsstadt leitet.

Was der Laie Kabel nennt, bezeichnen die Fachleute als Seile, denn diese sind nicht isoliert. Vier von sechs Strom führenden Seilen werden durch den Kran beschädigt. Bei zweien ist der Aluminium-Mantel kaputt, sie hängen noch am Mitteldraht aus Stahl. Zwei Seile werden komplett zertrennt, schlagen zurück und landen im Wasser und auf der Wiese. Der Traverse genannte Arm eines Masts knickt ab.

110 Kilovolt führt die Leitung hier. Es kommt zum Kurzschluss mit Folgen für das gesamte Saalouiser Stadtgebiet. Alle etwa 14 500 Haushalte sind ohne Strom. „Den Schlag merkt man landesweit“, sagt Frank Pilger, Leiter Technik vom VSE Verteilnetz. Im ganzen Land ist das Ereignis zu spüren, wenn auch außerhalb der Stadtgrenzen fast überall nur als Flackern. Saarstahl erlebt in Burbach den Ausfall eines Trafos, aber es gibt keine Produktionseinschränkungen, lässt Pressesprecherin Ute Engel wissen.

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