Gut gesprochen

Redebedarf am  Wendalinum-Gymnasium

Die Finalisten der Sekundarstufe I beim Rhetorikwettstreit: Justus Gerber und Nicole Ziborius auf der Pro-Seite, Emily Schröder und Ben Schumacher (v. links) geben Kontra. FOTO: Frank Faber

St. Wendel. Marpinger Schüler siegt in seiner Klasse beim Regionalwettbewerb von Jugend debattiert. Finale steigt am 15. April.

Wenn die Glocke läutet, hat der Marpinger Gemeinschaftsschüler Justus Gerber noch 15 Sekunden Zeit. Mit festem Blick fixiert der 17-Jährige seine Kontrahenten in der Sekundarstufe I (Klassen: 8 bis 10, G8: 8 und 9), fasst mit ruhiger Stimme seine Argumente zusammen und beendet seine Debatten-Eröffnung gerade rechtzeitig zum zweiten Glockenbimmeln. Seine Konkurrenten haben sich eifrig Notizen gemacht, denn ein paar Augenblicke später müssen sie kontern und dabei am besten die Argumente von Justus aufgreifen. Juroren verfolgen den verbalen Schlagabtausch genau, achten auf Körpersprache, Mimik, Ausdruck und Sachkenntnis. „Sollen nicht auch Nicht-Pädagogen in der Schule unterrichten?“, ist ein Finalthema beim Regionalwettbewerb Saar-Nord von Jugend debattiert am Gymnasium Wendalinum.

„125 000 Fehlstunden, unbesetzte Stellen – deshalb kann man auch Quereinsteiger die Möglichkeiten geben, zu unterrichten“, plädiert Justus Gerber, den Lehrermangel auch mit Nicht-Pädagogen zu stoppen. Des Weiteren schlägt er vor, die neuen Kräfte in den Klassenstufen eins bis neun einzusetzen. Emily Schröder (14) vom Illinger Illtal-Gymnasium kontert: „Der Lehrermangel geht wohl bis 2030. Nicht-Pädagogen einzustellen, reicht nicht mal als Zwischenlösung aus“, meint die Schülerin. Und das sei zusätzlich noch eine Abwertung für andere Lehrer. „Viele sitzen rum und werden nicht verbeamtet, weil sie die falschen Fächer unterrichten“, sagt Emily Schröder.

Nicole Ziborius vom Gymnasium Wendalinum trägt neben Justus Gerber beim rhetorischen Schlagabtausch ihre Argumente für die Pro-Seite vor, denen der Lebacher Ben Schumacher mit schlüssigen Alternativen in die Parade fährt. Dann bimmelt nach 24 Minuten die Glocke und jeder der Debattierenden erhält noch eine zweiminütige Redezeit, in der er mit einem Plädoyer seine Position darlegen und stärken kann. Schluss, die Jury zieht sich zur Bewertung zurück. Emily Schröder und Justus Gerber haben das Jurorenkomitee am meisten überzeugt.

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