Pläne vorgestellt

Am Hofgut in den WM-Lauf starten?

Die Rallye-Weltmeisterschaft lockt tausende Zuschauer an die Strecken. Künftig auch an die WP Selbach? FOTO: Christian Mütterthies/Gemeinde Marpingen

Selbach. Auftakt und Finale: Günter Jung, Orga-Leiter der Rallye-WM, stellte in Selbach die Wunschpiste des ADAC zwischen Theley und Selbach vor.

Es wäre eine rasend schnelle Premiere: Acht Kilometer zwischen dem Theleyer Hofgut Imsbach und der Schafbrücker Straße in Selbach sollen Auftakt und Finale der ADAC-Rallye Deutschland vom 22. bis 25. August bilden (wir berichteten). Die Wertungsprüfung (WP) Selbach ist gleichzeitig für die Startetappe und die abschließende Powerstage ausgewählt worden. Das hat Rallye-Organisationsleiter Günter Jung vom ADAC Saarland am Montag bei einer gut besuchten Bürgerinformationsveranstaltung im Selbacher Dorfgemeinschaftshaus mitgeteilt. „Ich will nicht sagen, das ist ein einbetonierter Plan. Denn final hängt es davon ab, wieviel von den acht Kilometern gefahren werden können“, meint Jung bei der Vorstellung der Streckenführung.

Schwerpunkt des deutschen Rallye-Weltmeisterschaftslaufes wird wieder der Bostalsee mit Servicepark und Fahrerlager sein. „Herausforderung für uns wird sein, nach der letzten WP die Siegerehrung im Servicepark durchzuführen“, erklärt Jung. Daher hat die Orga-Leitung nach einer nahen WP Ausschau gehalten. Vom Selbacher Werner Wilhelm, seines Zeichens Beigeordneter des Landkreises St. Wendel, kam der Tipp für die neue Strecke auf den Gemarkungen in Theley und seinem Heimatort. „Früher waren hier schon Walter Röhrl im Lancia Delta und Michelle Mouton bei der alten Deutschland-Rallye über einen Teil der Strecke gefahren“, erinnert sich Wilhelm. Doch seit diesem Rennen im Jahre 1983 haben sich die Zeiten gravierend geändert. „Wichtig ist, dass die Strecke gleichermaßen sicher für Piloten und Zuschauer ist“, meint Jung. Und selbstredend müsse eine Piste für die weltbesten Rallye-Stars WM-tauglich sowie zusätzlich umweltverträglich sein. „Um ein WM-Niveau sicherzustellen, müssen die Wege auch einmal etwas schmaler werden“, so Jung. Mit der Planung der WP sei früh begonnen worden.

Doch bis die Strecke alle Voraussetzungen erfüllt und endgültig fix ist, hat der ADAC noch ein paar Hürden zu nehmen. So muss beispielsweise die Naturlandstiftung Saar grünes Licht für die dröhnende Sekundenhatz geben. „Wir brauchen eine entsprechende Genehmigung und werden mit der Naturlandstiftung Gespräche führen“, sagt Jung. Darauf reagiert sofort ein Bürger mit Kritik. „Um das Hofgut Imsbach herum sind Naturschutzgebiete. Was die Naturland Stiftung hier macht, ist nicht in Ordnung“, bemängelt der Besucher der Info-Veranstaltung. Denn im Besitz der Naturlandstiftung sind nicht nur die historischen Gebäude des Hofguts Imsbach bei Theley, welches als Startpunkt der WP ins Auge gefasst ist, sondern auch die Flächen drumherum. Die Imsbach Verwaltungs- und Entwicklungsgesellschaft (IVEG) organisiert als Tochtergesellschaft den landwirtschaftlichen Betrieb auf den Flächen mit Grünlandwirtschaft und der Haltung alter, vom Aussterben bedrohter Tierrassen. „Wir sind mit der Rallye auf keinem Quadratmeter der Flächen der Naturlandstiftung und berühren keine Naturschutzgebiete“, versichert Organisationsleiter Jung. Auch würden die Flächen für den in der Planung befindlichen Friedwald nicht tangiert.

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