Neujahrskonzert

Mit Charme und Carmen zur Fiesta in Mexiko

 Das Orchester des Musikvereins Braunshausen begeisterte seine zahlreichen Zuhörer mit einem gelungenen Neujahrskonzert. FOTO: Erich Brücker

Nonnweiler. Der Musikverein Braunshausen startet mit einem Neujahrskonzert in den Festreigen zu seinem 95-jährigen Bestehen.

Mit viel Wiener Charme, aber auch mit Pauken und Trompeten läutete das Blasorchester des Musikvereins Braunshausen die Palette der Festivitäten zum 95- jährigen Bestehen des Vereins in der Kurhalle Nonnweiler ein. Die 65 Musiker boten den zahlreich erschienenen Zuhörern ein mitreißendes Konzert, dessen Programmfolge mit der Ouvertüre zur Operette „Die Fledermaus“ und dem Konzertwalzer „Geschichten aus dem Wienerwald“, zwei der bekanntesten Titel der leichten Wiener Klassik aus der Feder von Johann Strauß (Sohn) seinen Anfang nahm. Von unzähligen Neujahrskonzerten der Wiener Philharmoniker bekannt, begeisterte der Charme und die Leichtigkeit der Musik auch das Nonnweiler Publikum. Das bestens aufgelegte Orchester schaffte es, die keinesfalls leicht zu spielende Musik auch ohne den legendären Schmalz der Geigen überzeugend darzubieten.

Mit einer furiosen Suite aus Georges Bizets „Carmen“ ging es anschließend in die Pause. Und „Carmen“ hatte es vielen Besuchern besonders angetan. „Fantastisch dargeboten“, fand beispielsweise Julia Schneider aus Hermeskeil, Musikerin in ihrem Schulorchester. Ihr Freund Fabian Weiler, Mitwirkender im Musical Project von David Steines, und eigentlich kein Liebhaber von klassischer Musik, konnte da nur noch zustimmend den Daumen hoch halten. „So schön kann Musik aus Opern sein“, meinte Martina Heinz aus Braunshausen, für die der Besuch eines Konzertes des heimatlichen Musikvereins Pflicht ist. Das Orchester stand bei „Carmen“ wie auch bei der „Fledermaus“ unter Leitung des jungen Dirigenten Benjamin Schäfer, den die Braunshausener Musiker als Gastdirigent engagiert hatten. Schäfer war schon vor zehn Jahren als Solist mit dem Orchester in der Kurhalle aufgetreten, damals am Xylophon. Inzwischen ist er erster Schlagzeuger bei der Philharmonie in Luxemburg und daneben als Dirigent tätig. Mit leidenschaftlichem Dirigat, aber auch humorvoller Moderation, überzeugte er Publikum und Musiker.

Gemeinsam mit dem Stamm-Dirigenten Stefan Barth präsentierte Schäfer die zweite Konzerthälfte mit Musik aus Amerika. Los ging es mit „Mount Everest“ von Rosano Galante, einem erfolgreichen Film- und Fernsehkomponisten. Mit einer Suite aus „Candide“ verneigte sich das Orchester musikalisch vor Leonard Bernstein, der im vergangenen Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Seine frühe Operette „Candide“ wurde nie sehr bekannt und so war die facetten- und abwechslungsreiche Musik, die vom Orchester Höchstleistungen forderte, für viele Zuhörer eine Überraschung.

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