Empfang

Zahlen und Fakten statt Torejagd

Bürgermeister Stephan Rausch und seine Gattin Marianne empfangen gut gelaunt die Gäste im Foyer der Bliestalschule. Am Donnerstagabend stand der Neujahrsempfang der Gemeinde Oberthal an. FOTO: B&K / Bonenberger/

Oberthal. Während in Berlin die Handball-WM startete, lud die Gemeinde Oberthal zu einem gesellschaftlichen Ereignis: dem Neujahrsempfang.

Ja, sicher. Es hätte am Donnerstagabend eine Alternative gegeben zum Oberthaler Neujahrs-
emfang. Damit hielt Bürgermeister Stephan Rausch (CDU) auch nicht hinter dem Berg. Statt in die Blies-
talschule zu kommen, hätten sich die Gäste auch das Auftaktspiel der deutschen Handball-Mannschaft bei der Weltmeisterschaft ansehen können. Das hätte auch der Verwaltungschef gerne live verfolgt und dachte sich rasch einen Service für die Anwesenden aus. Während seiner Rede erhielt er Handzeichen aus dem Publikum, wie es um die Handballer steht. Ein Blick ins Rund. Der Daumen ging nach oben und Rausch verkündete: „Es sieht wohl gut aus.“

Den Neujahrsempfang beschrieb er als Begegnungsforum, eine Gelegenheit zum Austausch – nicht nur über Politik sondern auch über andere Themen. Um seiner Rolle als perfektem Gastgeber auch vollends gerecht zu werden, lieferte der Verwaltungschef in seiner Ansprache mögliche Themenfelder gleich mit. „Vielleicht sprechen wir mal über die Feuerwehr“, schlug Rausch vor. An 365 Tagen im Jahr  seien die Retter rund um die Uhr ehrenamtlich im Einsatz. Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit, ihnen seinen Dank auszusprechen. Bei einem solchen Empfang ließe sich quasi über Gott und die Welt reden. Oder über Gott und die Kirche? So erinnerte Rausch an die Wiedereröffnung der Oberthaler Kirche St. Stephanus im vergangenen September. Zuvor war das Gotteshaus nach einem Brand Ende 2016 umfassend renoviert worden.

Während die deutschen Handballer Tore im Minutentakt warfen, ging es auch in Rauschs Rede sportlich zu. Und das obwohl er gerade für Neujahrsempfänge typische Zahlen präsentierte: 74 Sterbefällen stehen in der Gemeinde Oberthal gerade einmal 37 Geburten gegenüber. Drei Kinder kamen 2018 als Neubürger Gronigs auf die Welt. „Das reicht später gerade mal für eine Skatrunde“, verglich Rausch. Mit sieben Kindern in Steinberg-Deckenhardt ließe sich immerhin eine Handballmannschaft bilden. „Elf Freunde müsst ihr sein“, laute das Motto in Güdesweiler. Dort könnten die Kinder eine Fußballmannschaft stellen. Auf ein Team samt Auswechselspieler, zwei Linien- und einen Schiedsrichter bringe es Oberthal mit 16 Kindern. Der Rathauschef ist sich bewusst, dass es für Vereine unter anderem auch deshalb immer schwieriger wird, Nachwuchs zu finden. „Daher ist es allerhöchste Zeit, nach gemeinsamen Wegen zu suchen“, appellierte er an die Kooperationsbereitschaft der Vereine.

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