Leser-Reporter

Wo ist denn nur der Zebrastreifen geblieben?

Wie Sie beim Blick in die Kelsweilerstraße sehen, sehen Sie nichts – zumindest keinen Zebrastreifen. Der fiel der Neugestaltung zum Opfer. FOTO: Thorsten Grim

St. Wendel. Ein SZ-Leser-Reporter aus Hoof vermisst den Fußgängerüberweg in der Kelsweilerstraße in St. Wendel.

An Fußgängerüberwegen müssen Fahrzeuge langsam machen oder halten, wenn jemand erkennbar die Straße überqueren möchte. Das besagt die Straßenverkehrsordnung. Und so war das bis November 2017 auch in der Kelsweilerstraße in St. Wendel. Dort, vor der Abzweigung zur Straße „Alter Woog“, querte in Höhe eines Restaurants ein Zebrastreifen die Verkehrsader. Doch im Zuge der Sanierung von Brühl- und Luisenstraße fiel der weg. Zum Ärger von Leser-Reporter Helmut Schwamm. „Ich bin aber nicht der einzige, der sich über den verschwundenen Zebrastreifen ärgert. Ich habe mit vielen Menschen darüber gesprochen, und alle waren der Meinung, dass dort ein Fußgängerüberweg hingehört“, brummt der 79-Jährige. „Ich mache das aber nicht für mich selbst“, betont er.

Beispielsweise habe kürzlich seine Lebensgefährtin an besagter Stelle  die Straße überqueren wollen, weil sie einen Termin bei ihrer Kosmetikerin hatte. Doch ob des fließenden Verkehrs habe sie es einfach nicht auf die andere Seite geschafft – mehrere Minuten habe sie warten müssen, bis sich endlich eine Lücke auftat. „Das geht doch nicht“, sagt der Hoofer. Dann berichtet er, wie kurz vor Weihnachten eine größere Gruppe dort die Straße überqueren wollte. Niemand habe gehalten, bis Schwamm kam. „Ich bin mit meinem Auto einfach mitten auf der Straße stehen geblieben und habe die Gruppe rüber gelassen.“

Verärgert schrieb Schwamm einen Brief an die Stadtverwaltung. Darin beschwerte er sich über den weggelassenen Zebrastreifen. Zwar habe er ein Antwortschreiben erhalten. Doch was darin stand, habe ihn so geärgert, „dass ich den Brief weggeschmissen habe“. Er erinnere sich jedoch daran, dass man ihm erklärt habe, dass die Planer der Stadt mit allen zuständigen Stellen und Behörden gesprochen hätten. Und, dass alles so in Ordnung sei, wie es jetzt ist. Daraufhin habe er im Rathaus angerufen, um seinem Ärger telefonisch Luft zu machen. Aber die Dame am anderen Ende der Strippe habe ihm ebenfalls weismachen wollen, dass es gut sei, so wie es jetzt ist – ohne Fußgängerüberweg.

top