Private Dancer

Kochtöpfe, Promis und Versöhnungssex

Tischt und deckt auf: Koch und Autor Thomas Nils Bastuck. FOTO: Carmen Gerecht

Theley. Thomas Nils Bastuck aus Theley stellt die Neuauflage von „Private Dancer“ vor, in dem er von seinen Erfahrungen als Mietkoch berichtet.

„Ich bin für die Menschen da, um ihnen was Tolles zu kochen.“ Mit diesen Worten fasst Thomas Nils Bastuck aus Theley seinen Beruf als mobiler Koch zusammen. Tatsächlich liefert der Maître de Cuisine mit seinen frischen, regionalen Zutaten nicht nur kulinarische Genüsse in heimischen Küchen, sondern ist auch ein passionierter Geschichtenerzähler. „Private Dancer“ heißt sein Buch, in dem er von seinen Erfahrungen als Mietkoch berichtet.

Das Werk umfasst die Jahre 2008 bis 2012 und kommentiert alles Erlebte aus der Sicht Bastucks. Er scheut sich dabei nicht, Schwächen zuzugeben oder darzulegen, mit welchen begrenzten finanziellen Mitteln er sich damals zu Beginn seiner Karriere durchs Leben schlagen musste. „Als mich mein Lehrer in der siebten Klasse fragte, wo ich mich in zehn Jahren sähe, war niemals ein altes, liegengebliebenes Auto und ein leerer Geldbeutel Teil meiner Phantasie“ schreibt er in seinem Buch. Nachfolgend wird, gespickt mit einem guten Schuss (Selbst-)Ironie, in jedem Kapitel von einem neuen Kunden oder einer neuen Kochsituationen in einem Privathaushalt erzählt. Hier hilft er einer spanischen Restaurantbesitzerin mit einer magischen Schönheit aus größter Kochnot, dort verschlägt es ihn zu einem im vereinigten Königreich berühmten eigenwilligen Sänger nach Dublin. Es ist schon teilweise skurril, wenn Bastuck etwa erzählt, wie er über den Anwalt eines Anwalts eines Kunden engagiert wird, zu größter Geheimhaltung verpflichtet wird, in einem schwarzen Wagen zu einem schalldichten, abgeschiedenen Anwesen gefahren wird, nur um dort akribisch die Rezepte einer alten italienischen Frau zu notieren. Um dann fürstlich dafür bezahlt zu werden.

Wer jedoch beim Lesen auf schlüpfrige Details aus den Haushalten aus ist, wird enttäuscht sein: „Als zum Beispiel ein bekannter Politiker mich engagiert und mir ein paar Hunderter Trinkgeld – oder besser gesagt Schweigegeld – in die Tasche gesteckt hat, damit der Streit mit seiner Ehefrau und der Versöhnungssex im Flur nicht an die Öffentlichkeit gerät“, habe er eisern geschwiegen. Namen und Berufe lasse er grundsätzlich aus – auch wenn er nur im Freundeskreis von seinen Erlebnissen berichtet. In seinem Buch wurden die Namen der Betroffenen geändert und Hinweise, die einen auf die wahren Personen oder Situationen schließen lassen könnten, fehlen. Und jeder erwähnte Kunde bekam vorab sein Kapitel zu lesen.

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