Saar-Ministerpräsidentin verletzt

Unfall auf der Überholspur

Auf der A10 bei Potsdam, zwischen Ferch und Michendorf, hatte der Dienstwagen von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer einen Unfall. FOTO: Julian Stähle / dpa

Saarbrücken/Potsdam. Auf dem Weg nach Berlin verunglückt Saar-Regierungschefin Kramp-Karrenbauer. Nicht nur die Sondierer senden Genesungswünsche.

Spitzenpolitiker führen ein Leben auf der Überholspur. Das gilt im übertragenen wie im wörtlichen Sinne. Entgegen populären Vorurteilen stehen sie oft unter gehörigem Terminstress. Annegret Kramp-Karrenbauer, die saarländische Ministerpräsidentin, weilte bis Mittwochnachmittag noch bei den Sondierungen von Union und SPD in Berlin. Abends, nach 19 Uhr, sprach die CDU-Politikerin aus Püttlingen dann bereits beim Neujahrsempfang in der Saarbrücker Saarlandhalle. Gegen 23 Uhr bestieg sie ihren Dienstwagen, um sich über Nacht nach Berlin chauffieren zu lassen.

Denn am Donnerstag um 8 Uhr gingen bereits die Sondierungen weiter, angekündigt war die entscheidende Sitzung, bei der Kramp-Karrenbauer nicht fehlen wollte. Mit der Luxair-Frühmaschine ab Ensheim wäre sie erst um 9.05 Uhr in Berlin-Tegel gelandet. Wohl deshalb fiel ihre Wahl aufs Auto. Kramp-Karrenbauer war nach gut vier Stunden Fahrzeit bereits kurz vor Berlin, als ihr Dienstwagen um 4.22 Uhr auf der A10 (Berliner Ring) plötzlich mit einem Lastwagen zusammenstieß. Der Unfallort, zwischen den Autobahnanschlussstellen Ferch und Michendorf, liegt in einem Baustellenbereich mit drei verengten Fahrbahnen. Das Tempolimit war deshalb auf 60 Kilometer pro Stunde reduziert. Es handelt sich angeblich um einen Unfallschwerpunkt.

Die Unfallursache stand gestern noch nicht fest. Fotos dokumentieren, dass Kramp-Karrenbauers Dienstwagen, der bei der Unfallaufnahme auf der linken Überholspur stand, auf der Beifahrerseite schwer beschädigt ist. Alle Airbags hatten ausgelöst. Nach Polizeiangaben ist der 7er BMW nicht mehr fahrbereit. Auch ihr Fahrer und die zwei Personenschützer im Wagen, beides Kriminalbeamte der Saar-Polizei, erlitten leichte Verletzungen. Die drei Begleiter sind 49, 54 und 58 Jahre alt.

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