Kampagne gegen Antisemitismus

Chelsea lässt Problem-Fans Auschwitz besuchen

Stamford Bridge heißt das Stadion des FC Chelsea.FOTO: REUTERS / ANDREW BOYERS

Der FC Chelsea hat ein neues Projekt angestoßen. Fans, die wegen rassistischer Äußerungen ein Stadionverbot bekommen haben, können ihre Strafe reduzieren. Indem sie an einem Bildungsprojekt teilnehmen.

Fans des englischen Fußballclubs FC Chelsea, die wegen rassistischer oder antisemitischer Äußerungen mit einer Stadionsperre belegt wurden, können in Zukunft an einem Bildungsprogramm des Clubs teilnehmen. Im Rahmen der Initiative „Say No To Antisemitism“ sind auch Besuche des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz für Chelsea-Fans und Mitarbeiter des Vereins geplant. Ein Sprecher des FC Chelsea bestätigte die Überlegungen am Donnerstag, und betonte, der Fokus liege auf der Aufklärung. Wie genau das umgesetzt werde, müsse noch geklärt werden. Zuvor hatte die Boulevardzeitung „Sun“ darüber berichtet. Mit einer Teilnahme könnten Fans auch ihre Stadionsperre reduzieren.

Als Teil der Initiative gegen Antisemitismus, die der Club bereits im Januar lanciert hatte, wurde am Mittwoch in London ein Film gezeigt, der über die Auswirkungen antisemitischen und rassistischen Verhaltens auf jüdische Fans und auf die gesamte Fußballgemeinde aufklären soll. „Wenn man die Leute nur aus dem Stadion verbannt, wird man ihr Verhalten niemals ändern“, sagte der Chelsea-Vorsitzende Bruce Buck nach der Filmvorführung. „Diese Strategie gibt ihnen die Möglichkeit, zu begreifen, was sie getan haben und sich besser benehmen zu wollen.“

In der Vergangenheit waren einige Chelsea-Anhänger wiederholt durch antisemitisches Verhalten aufgefallen. Im September 2017 hatten Fans nach einem Spiel bei Leicester City antisemitische Gesänge gegen den Lokalrivalen Tottenham Hotspur angestimmt, der für seine jüdische Fangemeinde bekannt ist.


(sef)
top