Verfall der Sitten

Viel Solidarität für BVB in Causa Dembélé

Der 20 Jahre alte Ousmane Dembélé will trotz bis 2021 laufenden Vertrags zum FC Barcelona wechseln. Foto: Bernd ThissenFOTO: Bernd Thissen

Freiburg. Der Transferstreit zwischen Borussia Dortmund und Ousmane Dembélé wird mehr und mehr zum abschreckenden Beispiel für den Verfall der Sitten im Profifußball.

Das konsequente Vorgehen der Clubbosse, das erste Angebot des FC Barcelona abzulehnen und die Suspendierung des Franzosen „bis auf Weiteres“ aufrechtzuerhalten, nötigte derweil selbst den Dortmunder Liga-Konkurrenten Respekt ab. „Ich finde, dass sich der BVB bislang sehr klug verhalten hat“, lobte Bayern-Präsident Uli Hoeneß bei Sky, „man muss als großer Verein, das ist Dortmund nun mal, auch mal Stärke zeigen und sagen: Entweder wir kriegen, was wir uns vorstellen, oder er hat zu bleiben.“

BVB-Erzrivale Hoeneß äußerte viel Verständnis für die Dortmunder Marschroute, entweder den gewünschten Preis für Dembélé in angeblicher Höhe von mindestens 130 Millionen zu generieren oder den Ablauf der Transferfrist abzuwarten. „Der 31. August kommt bald. Bis dahin können sie ihn auf einem Nebenplatz trainieren lassen. Am 1. September muss er wieder Vollgas geben, er wird seinen Marktwert halten wollen.“

Das Vorgehen des trotzigen 20-Jährigen, der mit einem Trainingsstreik am vergangenen Donnerstag seinen Wechsel zum katalanischen Renommierclub vorantreiben wollte, hält der Bayern-Präsident für skandalös: „Wenn der Spieler nicht zum Training kommt, dann hat er das ganz alleine zu verantworten und kann nicht den Berater vorschieben.“

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