Formel 1 in Melbourne

Pokerface: Vettel-Form gibt Rätsel auf

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel beim Training in Melbourne. Foto: James Ross/AAP FOTO: James Ross

Melbourne. Sebastian Vettel zog die rote Kappe tief ins Gesicht und stapfte hinter seinem neuen Boss in die Garage. Die Mappe unter dem Arm von Ferrari-Teamchef Mattia Binotto deutete an, dass es einiges zu bereden gab nach dem ersten Trainingstag beim Formel-1-Saisonauftakt in Melbourne.

Mit erstaunlichem Rückstand auf Titelverteidiger Lewis Hamilton hatte Vettel die Übungseinheiten beendet. Im Fahrerlager kreiste prompt die Frage: Hat Ferrari nur geblufft? „Ich mache mich nicht verrückt“, beteuerte Vettel nach den ersten Analysen.

Mit großen Erwartungen waren der Hesse und sein Team nach Australien gereist. Im fünften gemeinsamen Jahr soll endlich der Titel her. Dafür haben sie in Maranello personell auf allen Ebenen umgebaut, die Anstrengungen und den Druck noch einmal erhöht. Vettels Bestzeit bei den Tests in Barcelona bestärkte die Hoffnung. Auch deshalb wirkten die neun Zehntelsekunden, die dem 31-Jährigen nun in Melbourne auf Hamilton fehlten, wie eine kalte Dusche. Auch Ferrari-Neuzugang Charles Leclerc (21) war als Neunter weit zurück.

„Wir verlieren in jeder Kurve ein bisschen, also müssen wir uns in 16 Kurven verbessern“, rechnete Vettel vor. Für seine Mechaniker und Ingenieure hieß das: Nachtschicht. Beobachter indes wollten beim Blick auf die Zeitentabelle erkannt haben, dass Ferrari mit vollen Tanks sein wahres Leistungsvermögen verschleierte.

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