Pyeongchang

Frust über leere Tribünen

Der Zuschauerzuspruch ist bei vielen Wettbewerben enttäuschend. Die Athleten und Trainer beginnen zu murren.

Die Weltregie zoomt heran. Das hilft. Einerseits beim Ausblenden der größeren Lücken auf den Tribünen in Pyeongchang - und andererseits: Wenn die wenigen, die gekommen sind, dann auch noch freundlich winken, können 100 Zuschauer durchaus wie 1000 wirken. Die Olympischen Winterspiele kämpfen mit geringem Publikumsinteresse.

"Ich möchte jetzt nicht das Wort Trauerspiel in den Mund nehmen", sagte Biathlon-Bundestrainer Gerald Hönig. Zu spät. Ist ja auch logisch: "Was hat Korea mit Wintersport zu tun?", fragte er. "Das wirkt sich hier eben aus." Sein Skisprung-Kollege Werner Schuster zog einen nicht eben charmanten Vergleich mit dem "Deutschlandpokal", einem Jugendwettbewerb.

Auch die Athleten bemerken, dass es in Sachen Fanbegeisterung besonders am Berg doch recht übersichtlich ausschaut. "Aber Respekt für die, die noch da sind", sagte Olympiasieger Andreas Wellinger nach seinem Goldsprung von der Normalschanze. Denn wer will sich bei minus 18 Grad und schneidendem Wind schon die Beine in den Bauch stehen? Die Abwesenheit, sagt auch Wellinger, ist "niemandem zu verübeln".

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