Handball-Bundesliga

Dreikampf statt Vierkampf: SC Magdeburg raus aus Titelrennen

Die Magdeburger Spieler verlassen nach der Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen das Spielfeld. Foto: Uwe AnspachFOTO: Uwe Anspach

Mannheim. Mit etwas Abstand zum Spiel legte sich der Ärger bei Bennet Wiegert. Die Enttäuschung war dem Trainer des SC Magdeburg nach der 22:28 (8:18)-Niederlage im Topspiel der Handball-Bundesliga bei den Rhein-Neckar Löwen aber immer noch anzusehen.

Der 36-Jährige schimpfte nun nicht mehr, nachdem er sich zuvor an der Seitenlinie mehrfach aufgeregt hatte. „Am Ende war es nur noch Ergebniskosmetik. Wir sind nie für einen Sieg infrage gekommen“, stellte Wiegert enttäuscht fest. Denn der Coach weiß: Angesichts von acht Minuspunkten hat er sich der SCM nun wohl aus dem Rennen um die Meisterschaft verabschiedet.

Ganz vorn stehen die verlustpunktfreie SG Flensburg-Handewitt, der THW Kiel (vier) und die Löwen (fünf). Dabei war vor knapp zwei Wochen die Magdeburger Welt noch in Ordnung. Doch dann folgte dem Aufschwung der Absturz. Im EHF-Cup blamierte sich der SCM und schied überraschend gegen den FC Porto aus. Dieser Enttäuschung schloss sich in der Liga eine Heimniederlage gegen Frisch Auf Göppingen an. Nun folgte nach desolater erster Halbzeit die Pleite bei den Löwen. „Die Unsicherheit ist vielleicht zu groß“, sagte Magdeburgs neunfacher Torschütze Michael Damgaard.

Keine Frage: Von den überragenden ersten Monaten, die Hoffnungen auf die erste Meisterschaft seit 2001 machten, weil der SCM mit berauschendem Handball einen vereinseigenen Startrekord von sieben Siegen nacheinander aufstellte, spricht an der Elbe momentan niemand mehr. Auch vom spektakulären Tempospiel ist nichts mehr zu sehen, weil das Selbstverständnis fehlt und das Verletzungspech groß ist. In Mannheim musste der SCM auf seine Leistungsträger Robert Weber, Christian O’Sullivan und Piotr Chrapkowski verzichten; in der ersten Halbzeit fiel auch noch Marko Bezjak mit einer Fußverletzung aus.

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