Ohne sieben Stammkräfte

WM-Euphorie verflogen: Handballer patzen gegen die Schweiz

Deutschland verlor in Düsseldorf gegen die Schweiz mit 27:29. Foto: Federico Gambarini FOTO: Federico Gambarini

Düsseldorf. Bob Hanning war richtig sauer. Nach der 27:29-Pleite der deutschen Handballer im Länderspiel gegen die Schweiz war die WM-Euphorie beim DHB-Vizepräsidenten vorerst verflogen.

„Es ist richtig, dass wir testen, aber wir brauchen auch Resultate. Und das Resultat entspricht nicht im Ansatz dem, was wir von einer deutschen Mannschaft erwarten können“, schimpfte Hanning über den verpatzten ersten Auftritt nach der rauschenden WM-Party. „Solch ein Spiel bringt uns nicht weiter, wenn wir so spielen.“

Auch Bundestrainer Christian Prokop war wenig glücklich mit der über weite Strecken schwachen Vorstellung seiner Schützlinge, die sich mit betretenen Mienen von den 11.593 Zuschauern im ausverkauften Düsseldorfer ISS Dome verabschiedeten. „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht und waren in etlichen Situationen nicht clever und gut genug, um die Schweiz zu schlagen. Das ist ärgerlich, denn diesen Anspruch haben wir“, kritisierte Prokop und entschuldigte sich bei den Fans: „Von der Stimmung her war es das WM-Feeling. Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir das nicht mit einem Sieg zurückzahlen konnten.“

Dass gleich sieben WM-Akteure fehlten und vier Länderspiel-Neulinge dabei waren, wollten Spieler und Trainer nicht als Ausrede gelten lassen. „Wir hatten nicht unsere eingespielte Mannschaft zur Verfügung, aber dennoch einen Kader voller Bundesligaspieler“, sagte der starke Torwart Andreas Wolff und monierte: „Es ist legitim, dass eine junge Mannschaft auch Fehler machen darf. Aber zwei, drei Fehler weniger, damit man solch ein Spiel nicht verliert, wären schön gewesen.“

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