So schnell wie Jesse Owens

„Der weiße Blitz“ ist tot: Heinz Fütterer mit 87 gestorben

Heinz Fütterer posiert mit alten Laufschuhen aus dem Jahr 1957. Foto (2016): Uli Deck Foto: Uli Deck FOTO: Uli Deck

Elchesheim-Illingen. Sie nannten ihn den „Weißen Blitz“, er war einst so schnell wie der berühmte Jesse Owens: Der frühere Sprint-Star Heinz Fütterer ist tot.

Er starb in der Nacht zum Sonntag im Alter von 87 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit zuhause im badischen Elchesheim-Illingen, wie sein Sohn Marc der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Fütterer stellte 1954 den 100-Meter-Weltrekord von Jesse Owens ein, als er in Japan handgestoppte 10,2 Sekunden rannte. Seine damalige Popularität und sein Ansehen lässt sich am besten daran messen, dass Fütterer 1954 „Sportler des Jahres“ war - und nicht etwa Fußball-Weltmeister Fritz Walter, der nach dem „Wunder von Bern“ bei dieser Wahl Zweiter wurde.

Noch bis im November hatte der bis ins hohe Alter agile Fütterer Golf gespielt. Der gelernte Fischer und später erfolgreiche Geschäftsmann war zwischen 1954 und 1958 dreimal Europameister und holte 1956 Olympia-Bronze mit der deutschen 4 x 100-Meter-Staffel. Gegen den großen Jesse Owens ist Fütterer nie gerannt, und doch ist sein Name eng mit der Leichtathletik-Ikone verbunden.

Noch zu seinem 85. Geburtstag sagte Fütterer in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur: „Mir geht's so weit gut.“ Sein Rezept: Täglich ins hauseigene Fitnessstudio und sein Lebenselixier aus dem Schwarzwald - die Milch. Ein bisschen klagte er dann aber doch: Bei einem Sturz hatte er sich eine Sehne in der Schulter verletzt, da fiel ihm das geliebte Golf schwer. Zu seinen besten Zeiten hatte er Handicap zwölf, auch das ist aller Ehren wert.

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