Fußball-Nationalmannschaft

Löw: Kein „Eiertanz“ mit Müller und Co. - Drei Neulinge

Bundestrainer Joachim Löw kommt zu der Pressekonferenz in die DFB-Zentrale in Frankfurt am Main. Foto: Boris Roessler FOTO: Boris Roessler

Frankfurt/Main. Nicht einmal für seinen obligatorischen Espresso hatte Joachim Löw diesmal Zeit. Schnell goss sich der Bundestrainer im Vorbeigehen noch einen Schluck Filterkaffee aus einer Thermoskanne in ein Wasserglas.

Dann hob er vor dem schwierigen Auftakt ins Länderspieljahr 2019 zur mit Spannung erwarteten Rechtfertigungsrede an. Keinen „Eiertanz“ habe er vollführen wollen, begründete der 59-Jährige die endgültige Ausmusterung der Ex-Weltmeister Mats Hummels, Thomas Müller und Jérôme Boateng. Er habe seine langjährigen Wegbegleiter nicht „verbannt“, sie hätten „nichts verbrochen“. Er plane für die Qualifikation zur EM und für das Turnier 2020 ohne sie. Ende der Debatte - zumindest für Löw.

Ziemlich in den Hintergrund rückte dabei die Berufung des 23 Spieler umfassenden Kaders für den ersten Test im neuen Jahr am Mittwoch in Wolfsburg gegen Serbien und den schweren Quali-Start mit dem Kracher gegen Holland vier Tage später in Amsterdam. Eine Premiere im Kreis der Nationalmannschaft gibt es dabei für Niklas Stark (Hertha BSC), Lukas Klostermann (RB Leipzig) und Maximilian Eggestein (Werder Bremen).

Wegen Problemen bei der Bahn war Löw 45 Minuten zu spät zum entgegen sonstiger Nominierungs-Gewohnheiten anberaumten Pk-Termin in der DFB-Zentrale in Frankfurt erschienen. Genau die Dauer einer weiteren Fußball-Halbzeit lang später hatte der Bundestrainer mehrfach klar gemacht: Für ihn war der Verzicht auf die drei Münchner Führungskräfte menschlich schwierig, aber sportlich alternativlos. Die Art der persönlichen Übermittlung in München war für ihn kein schlechter Stil, sondern „oberstes Gebot“.

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